Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 2007:

"Blifft all'ns in de Familie"

 

Kummedi ut Freesland

in dree Akten

vun Ingo Sax

Speelbasen: Christian Dennert und Christian Bauer

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 2. Novembermaand 2007

Sünnavend, 3. Novembermaand 2007

Sünndag, 4. Novembermaand 2007

Sünndag, 4. Novembermaand 2007

Maandag, 5. Novembermaand 2007

Dingsdag, 6. Novembermaand 2007

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Jens Holtappel, en invaliden Fischer:

Henning Lutz

Beate Holtappel, sien Dochter:

Samira Müller

Hauke Holtappel, sien Söhn:

Christian Bauer

Peter von Thien, Haukes Fründ:

Jonny Karnatz

Rieke Holtappel, Jens' Swägersch:

Monika Stellmach

Manfred Schulz, Loschiegast:

Karl-August Braker

Martine Schulz, Loschiegast:

Annalies Karnatz

Dr. Suurbeer, Notar:

Henner Heinsohn

 

Achter de Kulissen

Speelbasen:

Christian Dennert,

 

Christian Bauer

Jün ehr Hülp:

Gesa Junge

Toseggersch:

Inge Schwenn

Hülpslüüd an de Siet:    

Gesa Junge,

 

Anna Wieck

Lüchtmokers:

Hanns Wieck,

 

Christian Steuer

 

Simon Braker

Kledaasch:

Elke Lustig

Prüük un Visaasch:

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen

Bühnbild:

Hanns Wieck

Bühnenbau:

Die VBR-Crew

 

Lütt beten wat to dat Stück

De Fischer Jens Holtappel is Invalide; de Fischeree mutt dorüm sien Söhn Hauke alleen beschicken. Avers veel suert dor nich bi ruut. Wiel se ehr Verwandtschap hölpen will, besorgt Jens' sien Swägersch Loschie-Gäst ut de Stadt: Herrn Schulz un Dochter. De ole Fischer mag dat gor nich hebben, dat he sien Huus mit frömde Lü delen schall, man de junge Martina warmt nich blots sien Hart. Man is Martina würklich Schulz sien Dochter? Twiefelmödig lett sik dat wull, un ok de Fraag, wat för Afsichten nu egentlich achter de Ferienreis steken doot...

 

De Autor

Autor: Ingo Sax 1940 in Hamburg geboren zu sein, bedeutete für Ingo Sax: Vater im Krieg, Mutter allein, Evakuierung nach Schlesien und Flucht von dort. Einquartierung in Schleswig-Holstein bei einem Bauern. Rückkehr in ein beengtes Behelfsheim. Steckrübenwinter, selbstgekochter Sirup und Stubbenroden mit dem Großvater. Schon während der Schulzeit wuchs seine Sehnsucht nach der weiten Welt. Er las die Abenteuerromane von Jack London und Joseph Conrad, die seine Träume füllten. Der Wunsch, ebenfalls zur See zu fahren, ließ ihn nicht mehr los.
Nach der mittleren Reife Schlosser zu lernen und anschließend Maschinenbau zu studieren, war deshalb eigentlich konsequent. Als ihm jedoch Fahrensleute über die heutigen Verhältnisse auf See berichteten, musste Sax seine romantischen Träume von der christlichen Seefahrt begraben. Mit den Erlebnissen eines Joseph Conrad hatte das nichts mehr zu tun. Aber die weite Welt lockte noch immer, und nach Beendigung des Studiums erlag Sax der Versuchung. Er machte den LKW-Führerschein und beförderte drei Jahre die unterschiedlichsten Waren durch Europa, um auf diese Weise „die Luft der Freiheit zu schnuppern“.
Doch diese „Freiheit“ bedeutete vor allem unüberwindlichen Termindruck, der auf dem Rücken der Fahrer ausgetragen wurde. - Eine dieser Touren allerdings sollte Sax‘ Leben verändern: Die Erlebnisse seiner frühen Kindheit, der Krieg und die Folgen hatten sein Fähigkeit zu sprechen erschüttert. Er war Stotterer geworden. Auf einer seiner Fahrten nun nahm Sax einen grauhaarigen Tramper mit, der sich als Psychoanalytiker entpuppte. Dieser Arzt, der aus purem Spaß mit dem Rucksack durch die Lande zog, nahm sich seines Chauffeurs an und kochte dessen Seele aus. Ein befreundeter Schauspieler tat das Übrige undbügelte Sax‘ Sprache auf. Vorbei war die Zeit, als er Schweißausbrüche bekam, wenn er jemanden ansprechen wollte. - „Dat gifft so veel Lüüd, de sitt jüst so in‘n Schiet, as du freuher. Kannst du nicht wat lehrn, dat du jüm hölpen kannst?“ fragte Sax‘ Großvater den kurierten Enkel. Und der tat‘s: 1965 nahm er das Studium der Sozialpädagogik und Psychologie auf, das er fünf Jahre später abschloss. Danach leitete Sax die Kurse für Kunst- und Werkerziehung an einer Hamburger Schule für Behinderte. - Zum Schreiben kam er eher zufällig, denn seine ersten Geschichten entstanden als Fingerübung, während er fürs Studium Schreibmaschine lernte. 1984 produzierte Radio Bremen sein erstes plattdeutsches Hörspiel. - Bekannt geworden ist Sax aber vor allem als Theaterautor.
Das begann in der Spielzeit 1985/86 mit der Uraufführung des Stücks „Blifft all‘ns in de Familie“ am Hamburger Ohnsorg-Theater. Weitere Komödien folgten; 1988 wurde „Güstern eerst un morgen wedder“ in Kiel uraufgeführt. Hierin behandelte Sax ein Kapitel deutscher Vergangenheit am Beispiel von Dorfbewohnern, die nationalsozialistische Verbrechen an Sinti und Roma in ihrem Dorf erfolgreich verdrängen konnten. Mit „Amaretto“ (1989) machte Ingo Sax seinen ersten Ausflug ins Krimi-Milieu. Danach stellte er mit „Amanita“ die psychologische Studie einer „Zwangsschweigerin“ vor. Für dieses Stück wurde ihm beim Autorenwettbewerb des Niederdeutschen Bühnenbunds Niedersachen/Bremen der erste Preis zugesprochen. - Ingo Sax gehört heute zu den besten plattdeutsch schreibenden Autoren. Er hat der niederdeutschen Theaterliteratur neue Impulse gegeben und immer wieder neue Inhalte zum Thema seiner Stücke gemacht. Für diese Verdienste wurde er am 22. September 1991 mit dem Fritz-Reuter-Preis der Hamburger Stiftung F.V.S ausgezeichnet. Ferner beschäftigt sich Ingo Sax gekonnt mit der Bearbeitung von Märchen- und Sagenstoffen, die sich allesamt durch eigenwillige Originalität auszeichnen.
1995 spielte die VB Rissen das Sax-Stück „Lütte, witte Siedenschoh“ und begrüßte Ingo Sax als besonderen Ehrengast, und auch bei "Blifft all'ns in de Familie" kam der Dichter zur Premiere.

 

Presse

Inszenierung auf hohem Niveau

Stürmischer Beifall für pointenreiche Komödie

Die Mimen der Volksspielbühne überzeugten das Publikum. Eine trickreiche Handlung, absolut pointensichere Darsteller und ein Bühnenbild vom Feinsten: Mit der plattdeutschen Komödie „Blifft all'ns in de Familie" landete die Volksspielbühne Rissen einen Volltreffer.
Grimmig, bärbeißig, kauzig: Den friesisch-grantelnden Fischer Jens Holtappel hätte sogar ein Bayer verstanden und genossen. Und das lag vor allem an dessen Darsteller Henning Lutz. Allein durch seine flexible Mimik und die auf den Punkt präzisen Gesten löste er Lachsalven unter den rund 150 Premierengästen in der Aula der Schule Iserbarg aus. Selbst wer seine Texte nicht verstand, lachte Tränen. So kommentiert er den aus Geldmangel eher baufälligen Zustand seines Hauses einfach so: „Das Dach fliegt bloß deshalb nicht weg, weil so viele Hypotheken drauf liegen." (Selbstverständlich auf platt.) Und dabei gab er den gediegenen Gesichtsfalten des mittleren Alters den Ausdruck eines trotzigen Kleinkinds. Henning Lutz als durch einen Arbeitsunfall invaliden Fischer Jens Holtappel muss man einfach live sehen: In dieser Rolle ist er ein Gesamtkunstwerk.
Das soll die Leistung des gesamten Ensembles nicht schmälern. Im Gegenteil: Erst die kongeniale Spielkunst der sieben anderen Bühnenakteure sicherte der Inszenierung ihr hohes Niveau. Von der burschikosen Fischerstochter Beate (Samira Müller) über den zwielichtigen Logiegast Manfred Schulz (in seiner ersten Rolle: Karl-August Braker) bis zum eisgrauen Notar Dr. Suurbeer (Henner Heinsohn) glänzten alle Darsteller als pointensichere Vollblutmimen. Jede Pause passte, jedes Heben der Mundwinkel erzielte den gewünschten Effekt. Da hatten die beiden Jungregisseure Christian Dennert und Christian Bauer (der spielte außerdem überzeugend den Fischersohn Hauke) ganze Arbeit geleistet.
Die Inszenierung begeisterte auch den Autor des Stücks, Ingo Sax. „Hier wird eine hervorragende, saubere Theatertradition gepflegt. Das ist schnelles, modernes Komödientheater, keine schleppende Bauernbühne", sagte Sax am Rande der Premiere. Sein Stück war 1986 vom Ohnsorg-Theater uraufgeführt worden. Ein dickes Kompliment auch an die Bühnenbildner rund um Hanns Wieck: Bis in die kleinsten Details, zum Beispiel die täuschend echt wirkenden blauen Friesenkacheln (per Hand gezeichnet) und das Uralt-Waschbecken mit fließendem (!) Wasser stimmte die nordfriesische Kulisse. Denn in einer alten Fischerkate in den 80er Jahren hatte Autor Sax sein Stück angesiedelt. Patriarch Jens sitzt lahm und verbittert zu Hause. Sohn Hauke fährt als Fischer raus, aber das Geld reicht vorn und hinten nicht. Da schlägt Schwägerin Rieke (Monika Stellmach), wohlhabend geworden als Hotelchefin, der armen Verwandtschaft vor, zwei Sommergäste aufzunehmen. Vater Jens ist erst wenig begeistert. Doch der schnuckelige Gast Martina (Annalies Karnatz) wickelt ihn rasch um den Finger, lässt sich vom doppelt so alten Fischer bereitwillig den Hof machen. Sohn Hauke, ebenfalls verliebt in den hübschen Gast, scheint das Nachsehen zu haben.
Doch irgendetwas ist faul an Vater und Tochter Schulz. Und schließlich lassen die gewieften Holtappels den aalglatten Städter Schulz in seine eigene Falle tappen.

(Wedel-Schulauer Tageblatt, 6.11.07)

 

Volksspielbühne begeisterte mit "Blifft all'ns in de Familie"

Einen vollen Erfolg landete die Volksspielbühne Rissen mit ihrem Herbststück "Blifft all'ns in de Familie", das in 6 Aufführungen Anfang November insgesamt fast 1200 Zuschauer begeisterte. Zur Handlung: Der Fischer Jens Holtappel (brilliant gespielt von Henning Lutz) ist verbittert. Nach einem Arbeitsunfall invalide, muss sein Sohn Hauke (Christian Bauer) die Fischerei allein bestreiten. Aber das Geld reicht vorn und hinten nicht. Da kommt Schwägerin Rieke (Monika Stellmach) auf die Idee, ihnen Feriengäste aus der Stadt zu vermitteln. Der bärbeißige Friese Holtappel ist zunächst nicht begeistert von der Idee, sein Haus mit Fremden zu teilen, was sich aber ändert, als die attraktive Martina Schulz mit ihrem Vater einzieht. Doch irgendetwas stimmt nicht mit dem sauberen Städter Schulz... Die trickreiche Handlung und die pointierte Umsetzung des Stückes gefiel nicht nur den Zuschauern. Auch Autor Ingo Sax bescheinigte der Volksspielbühne modernes Theater auf hohem Niveau.

(Rissener Rundschau, 10.11.07)

 

Szenen-Fotos

 

Monika Stellmach - Samira Müller - Jonny Karnatz

 

Samira Müller

 

Christian Bauer - Jonny Karnatz

 

Samira Müller - Henning Lutz

 

Karl-August Braker - Henning Lutz

 

Annalies Karnatz - Karl-August Braker

 

Karl-August Braker - Annalies Karnatz - Henning Lutz

 

Henner Heinsohn

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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