Wir über uns

 

Wir spielten zu Weihnachten 2000:

"Der Räuber Hotzenplotz"

 

Eine Kasperlgeschichte

von Otfried Preußler

Regie: Stephanie Ganske

 

 

Aufführungen

Freitag, 8. Dezember 2000

Sonnabend, 9. Dezember 2000

Sonnabend, 9. Dezember 2000

Sonntag, 10. Dezember 2000

Sonntag, 10. Dezember 2000

 

Personen und Darsteller

Räuber Hotzenplotz:

Dirk Steffens

Räuberlehrlinge die Hotzis:

Gesa Junge,

 

Julia Quante

Kasper:

Samira Müller

Seppel:

Christian Bauer

Großmutter:

Lisa Schröder

Wachtmeister Dimpfelmoser:    

Jonny Karnatz

Gemeindediener:

Darius Dadras

Petrosilius Zwackelmann:

Beate Teichmann

Fee Amarylis:

Patricia Dadras

Witwe Schlotterbeck:

Katharina Vollmer

Unke:

Meike Rubach

 

Hinter den Kulissen

Regie:

Stephanie Ganske

Regieassistenz:

Annalies Karnatz

Souffleuse:

Isabell Schumacher

Inspizienz:

Christian Dennert,

 

Annalies Karnatz

Maske/Frisuren:    

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen,

 

Marion Fritsch

Kostüme:

Elke Lustig

Requisite:

Hans-Jürgen Lustig

Beleuchtung:

Hanns Wieck,

 

Karl-August Braker,

 

Christian Steuer

Bühnenbild:

Herbert Lettermann

Bühnenbau:

VBR-Crew

 

Handlung

Großmutter hat Geburtstag und bekommt von Kasper und Seppel eine Kaffeemühle geschenkt. Die wird aber vom Räuber Hotzenplotz gestohlen. Kasper und Seppel, die die Mühle zurückholen wollen, werden vom Räuber Hotzenplotz überrascht und gefangen genommen...

 

Aus dem Nähkästchen

Nach der Rückverwandlung der im Keller des Zauberschlosses gefangen gehaltenen Unke in die wunderschöne Fee Amarylis sollte diese, gespielt von Patricia Dadras, über eine vom Publikum nicht sichtbare Leiter, langsam aus dem Unkenpfuhl emporsteigen. Die Verwandlung war also geschehen, es dampfte, zischte und donnerte... und man wartete auf die Fee. Die aber kam nicht, denn das Donnern war kein Effekt für die Verwandlung, sondern rührte daher, dass die Darstellerin mitsamt der Leiter neben der Bühne zusammengebrochen war. Nun erklomm sie etwas weniger elegant aber doch konsequent ihrer Rolle gemäß feengleich lächelnd die Rampe und verlangte ihren Mitspielern viel Beherrschung ab...

 

Der Autor

Mit fantastischen Geschichten über Geister, Zauberer und Feen ist Otfried Preußler bekannt geworden. Am 20. Oktober 2003 feierte er seinen 80. Geburtstag. Und wo sollte der Vater der "Kleinen Hexe" und des "Räubers Hotzenplotz" wohl wohnen? Natürlich im "Rübezahlweg" in einer kleinen Gemeinde bei Rosenheim im Süden Deutschlands. Dort bringt Otfried Preußler die Ideen für seine weltweit bekannten Kinderbücher zu Papier. Seit bald 50 Jahren feilt er an seinen Texten, bis sie so schlank und präzise sind, wie Kinder sie schätzen. Selbst sagt er: "Man muss darauf achten, es ihnen nicht zu läppisch zu machen; denn die Kinder sind nicht so dumm, wie manche Verlagslektoren es glauben!" Seit Jahrzehnten (ca. 40 Millionen Bücher sind seitdem verkauft worden) verschlingen Kinder (und auch Erwachsene) die Abenteuer vom "Räuber Hotzenplotz", vom "Kleinen Wassermann", vom "Kleinen Gespenst" und der "Kleinen Hexe". Rund um den Erdball verzaubert Preußler seine Leser in rund 60 Sprachen. Für Preußler ist es wichtig, die Kinder in seinen Geschichten nicht mit den Problemen des Alltags zu konfrontieren, sondern sie in eine heile Welt zu entlassen, "in der Hoffnung noch ihren Platz hat." Seine jungen Leser sind für Preußler die strengsten Kritiker. Sich selbst nimmt der passionierte Geschichtenerzähler stets zurück. Und woher kommen ihm nun die Ideen zu seinen Erzählungen? In Böhmen geboren als Sohn eines Lehrers sind die Wurzeln seiner Geschichten auch dort zu suchen. Großmutter und Tanten erzählten und erweckten Kobolde, Geister, Wassermänner und Riesen der volkstümlichen Sagen zum Leben. 1956 schrieb er den "Kleinen Wassermann". Damals genossen Kinderbücher noch wenig Ansehen in der literarischen Welt. Preußler hängte seinen Beruf als Schulmeister eines Tages an den Nagel und widmete sich ganz dem Bücherschreiben.

 

Presse

Unsere Rissener Theaterleut'
Im Kellerraum unter der Aula der Schule Iserbarg findet man sie am Abend: die Schauspieler und ihre vielen Helfer. Die Hauptprobe ist angesetzt. In 3 Tagen hat „Der Räuber Hotzenplotz" Premiere! Eigentlich geht alles - für mich unerwartet - ruhig zu dort unten. Kein bisschen Hektik. Auf Lampenfieber deutet nichts hin. Jeder scheint zu wissen, was und wann und wo er zu tun hat. Die Schauspieler, kostümiert und geschminkt, erscheinen peu á peu auf der Bildfläche. Sie lassen sich sogar noch auf ein paar Fragen ein. Auch die beiden Regisseurinnen kann ich mir noch greifen für ein Gespräch. Nichts von „Jetzt passt es aber nun wirklich überhaupt nicht!" Offenbar ist alles so gut vorbereitet und perfekt organisiert, dass sie sich Zeit und Ruhe erlauben können. Toll!
Annelie Lettermann, die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Bühnen-Jubiläum als Schauspielerin wie als Regisseurin feiern kann, ist beim diesjährigen „Weihnachtsmärchen", will sagen, dem Stück, das in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit aufgeführt wird, nur beratend tätig gewesen. Die eigentliche Regie hat sie in die Hände der Nachwuchslerin Stephanie Ganske gelegt. Diese hat vor Jahren bei den „Bühnenspatzen" mit einer Nebenrolle in „Pünktchen und Anton" begonnen.
Ihre erste plattdeutsche Rolle spielte sie mit 18. Inzwischen sind viele weitere Rollen gefolgt, und seit 2 Jahren betreut sie, zusammen mit Sybille Lettermann, die 12- bis 18-Jährigen, während Annelie Lettermann den kleinen Nachwuchs bis zu 12 Jahren an die Schauspielerei heranführt. In Gruppen wird anhand von Rollenspielen und Sketchen gearbeitet.
Welch gute Arbeit Frau Ganske gelungen ist, kann ich später bei einem Teil der Hauptprobe und noch später bei einer der Aufführungen sehen. Da finde ich sie alle wieder, die ich zuvor noch im Keller habe sprechen können. Nur die Helfer scheinen wie vom Erdboden verschluckt, diese 15 - 20 rührigen Vereinsmitglieder aus den verschiedensten Berufen, z.T. jetzt schon Rentner, die sich als Bühnenbauer, Beleuchter, als Maskenbildner, Requisiteure und Inspizienten voll eingeben in die gemeinsame Sache. Denn sie alle gibt es, gerade wie im professionellen Theater. Und eigentlich verwischen sich hier die Unterschiede zwischen professionellem und Amateurtheater. Da gibt es ein Bühnenbild von Herrn Lettermann, das lässt mich schon gleich nach Aufgehen des Vorhangs klatschen: ein wunderbarer raumhoher Wald mit dicken Bäumen. Den großen Prospekt hat man vor Jahren von Markenfilm bekommen können. Großmutters Haus zum Verlieben in Rot und Blau, bunte Gartenzwerge und ein paar richtige Tannen dazu. Ich weiß wirklich nicht, ob das Schauspielhaus das besser kann!
Und wie da nachher gezaubert wird, das verschlägt mir den Atem. Das dampft und blitzt wie in Fausts Studierstube. Ehe man sich's versieht, werden Seppel und Hotzenplotz aus dem schwarzen Zauberspiegel mit grellen Blitzen auf die Bühne gezaubert, Hotzenplotz in einen Gimpel in weißem Vogelbauer verwandelt. Aus der armen grauen Unke wird die strahlende Fee Amaryllis. Auch die Zurückverwandlung vom Vogel in den echten Hotzenplotz, den weißen Vogelkäfig noch auf dem Kopf, gelingt auf eindrucksvolle Weise. Da waren wirkliche Könner am Werk. Alle Achtung!!
Aber ehe der Vorhang aufgeht, wird Isabell Schumacher in den Souffleurkasten gesteckt. Mit 10 Jahren hat sie sich nach einem Weihnachtsmärchen bei den „Bühnenspatzen" beworben und aus dem Stand einen plattdeutschen Text gelesen. Sie wurde das jüngste Dornröschen aller Rissener Zeiten, hat den Gestiefelten Kater gespielt und das „Sams". Dieses Mal wollte sie gar nicht mitspielen, hat sich dann aber doch wenigstens zum Soufflieren überreden lassen.
Bei der reizend anzusehenden Witwe Schlotterbek, alias Katharina Vollmer, klappt es mit dem Zaubern vor dem Vorhang nicht so gut. Aber sie zieht die Kinder immer in ihren Bann, wenn hinter dem Vorhang umgeräumt wird. Das Krokodil in ihrem Arm war einstmals ein Hund. Der hatte Bauchweh, das sie ihm wegzaubern wollte. Aber es kam ein Krokodil dabei heraus, und trotz eifrigsten Mitzauberns der Kinder bleibt es das auch. Das vielstimmige „Vorhang auf, wir warten drauf!" der Kinder hat indes Erfolg!
Und nun wirbeln auch schon Kasper und Seppel in ihrer blau und roten Gewandung über die Bühne. Samira Müller ist 16 Jahre alt. In 4 Weihnachtsmärchen und 2 weiteren Stücken hat sie schon mitgespielt. Sie ist ein wunderbar lebendiger, ganz natürlicher, frecher und freier Kasper, dessen dauernde Wortverdrehungen von den aufmerksamen Kindern mit Begeisterung aufgenommen werden. Christian Bauer, der schon in der Kleinkindergruppe dabei war, gibt als Seppel in seinen ledernen Kniebundhosen mit rot kariertem Hemd und grünem Hütchen einen liebenswerten, glaubwürdig etwas begriffsstutzigen Kumpel von Kasper. Die liebe Großmutter ist Altmeisterin Lisa Schröder. 34 Jahre ist sie schon dabei!!
Nun, und dann der Räuber Hotzenplotz! Dirk Steffens - alter Theaterhase! - in gelungen räuberlichem Kostüm mit breitem Ledergürtel über dem gut genährten Bauch, bärtig und mit kraftvoller Stimme und derbem, hämischem Lachen, ist wirklich ein total uriger Räuber, den man sich besser besetzt nicht vorstellen kann. Ein souveräner Darsteller, man muss es sagen, und sicher ein guter Lehrmeister für seine beiden zarten Räuberlehrlinge, die an seiner Seite die ersten Bühnenerfahrungen machen können.
Für den hoch und schlank aufgeschossenen 16-Jährigen Jonny Karnatz ist der beflissene, hölzerne Wachtmeister Dimpfelmoser die dritte Rolle auf der Rissener Bühne. Sein Begleiter, Darius Dadras als Gemeindediener hat nichts zu sagen, ihm nur zu folgen. Eloquenz wird um so mehr von Beate Teichmann als Zauberer verlangt. Sie kam zusammen mit Samira Müller zu der Gruppe: „Ich will ja gern mitmachen auf der Bühne, aber ich will nie ein Wort sprechen müssen!" erklärte sie damals. Jetzt rauscht sie in phantastischem schwarzen Zaubergewand mit viel Geglitzer bedrohlich durch ihr Zauberschloss und schießt in geschliffenem Deutsch ihre boshaften Sätze durch den Raum, während Patricia Dadras, im wirklichen Leben des Bühnen-Gemeindedieners Schwester, als wirklich schöne Fee in märchenhaft üppiger Abendrobe in Orange aus der dicken Unke gezaubert wird und darüber hinaus nicht viel zu sagen hat.
Frau Elke Lustig gebührt, denke ich, noch eine ganz besondere Erwähnung. Von ihr, der gelernten Kostümbildnerin, die freiberuflich als Gewandmeisterin beim Fernsehen arbeitet und in Wedel einen Kostümverleih hat, stammen Idee und Ausführung der Kostüme wie Beratung für die Bühnenbauer und farbliche Abstimmung mit ihnen. Ein beeindruckendes Ergebnis, wahrlich!!
Dass in jahrelang gewachsener, harmonischer Teamarbeit solch ein Werk werden kann, das kann uns Rissener schon freuen! Übriges: Für den Nachwuchs wird viel getan. Vielfach zeugt man ihn innerhalb der Theaterleute einfach selber. Auch hierin ist das nicht anders als bei den berühmten Schauspielerfamilien.
(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

 

Samira Müller - Christian Bauer

 

 

Samira Müller - Christian Bauer

 

Lisa Schröder - Christian Bauer - Samira Müller

 

 

Samira Müller - Christian Bauer - Dirk Steffens

 

Christian Bauer

 

Samira Müller - Meike Rubach

 

Samira Müller - Lisa Schröder - Christian Bauer

 

Beate Teichmann

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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