Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1981:

"Mien Mann de fohrt to See"

 

Nedderdüütsche Kummedie in dree Akten

vun Wilfried Wroost

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 30. Oktobermaand 1981

Sünnavend, 31. Oktobermaand 1981

Sünndag, 01. Novembermaand 1981

Maandag, 02. Novembermaand 1981

Dingsdag, 03. Novembermaand 1981

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Karl Brammer, Weert "To'n blauen Peter":

Günter Schramme

Mary Brammer, sien Fru:

Annelie Lettermann

Friedrich Brammer, Karls Broder, Schippbefrachter:   

Rudi Schröder

Auguste-Victoria, sien Fru:

Christel Tewes

Mandus Sötje, Schuutvermeder:

Egbert Wieck

Malwine Sötje, geb. Brammer, sien Fru:

Hilma Wieck

Adrian Pott, ehrtiets Steward:

Thorsten Junge

Ulli Stichling, Deern in'n "Blauen Peter":

Ursula Rust

Johannes Menck, Schippsmaakler:

Peter Rust

Justus Aldag, hett en Schippbetakelfirma:

Jürgen Wingberg

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Elke Novitski

Toseggersch:

Lisa Schröder

Lüüd an de Siet:

Helga Wingberg

Prüük un Visaasch:    

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen,

 

Ursula Rust

Lüchtmokers:

Albin Novitski,

 

Hanns Wieck

Bühnenbu:

Rudolf Seeburg,

 

Uwe Fischbeck,

 

Alfred Bergel,

 

Jonny Teich

 

Lütt beten wat to dat Stück

Die gemütliche Hafenkneipe "Zum blauen Peter" wird vom Schiffskoch Karl Brammer gemeinsam mit seiner Frau Mary geführt. Eines Tages wird Karl bei einer kleinen Schmuggelei erwischt und muss für drei Monate ins Gefängnis. Mary verschweigt lieber die Wahrheit und erzählt, dass ihr Mann wieder zur See fährt. Doch dann schlägt das Schicksal zu: Das vermeintliche Schiff geht mit Mann und Maus unter, und alle, die glauben, etwas von Karl erben zu können, stürmen Marys Haus. Bei soviel "Mitgefühl" der trauernden Verwandtschaft muss der Totgeglaubte selbst für Ordnung sorgen.

 

Wilfried Wroost: Warum ich "Mien Mann de fohrt to See" schrieb.

"Geiz, Missgunst, Habsucht und Raffgier sind immer dankbare Themen für einen Bühnenautor. Diese menschlichen Fehler und Schwächen eignen sich am besten für das heitere Spiel. Denn es soll zugleich ein Spiegel sein, den hin und wieder sich selbst vorzuhalten, gar manchem unserer lieben Zeitgenossen dringen zu empfehlen ist. Wie schön, wenn Menschen, ausgestattet mit obigen Eigenschaften, ob ihres Tuns einmal bei passender Gelegenheit gehörig eins ausgewischt kriegen; wenn sie die Blamage einstecken müssen, und wenn das Publikum - gerecht denkend, wie es nun einmal ist - sich aus vollem Herzen darüber freut und sagt: 'Seht ihr, das kommt davon!' Dann hat der Autor seinen Zweck erreicht! Doch nicht nur deswegen ist mein Stück geschrieben. Es gibt nämlich im Bürgerlichen Gesetzbuch betr. Erbrecht einen sonderbaren Paragraphen, der besagt, dass, wenn der Mann eines kinderlosen Ehepaares gestorben und kein Testament vorhanden, die Ehefrau sich den Nachlass mit seinen Verwandten zu teilen hat. Selbst dann, wenn sie nachweislich alles, was vorhanden, aus eigener Kraft mühselig erworben und aufgebaut hat, wonach dann die anderen aus Habsucht und Raffgier langen. Ist das gerecht? Darum, Ihr Lieben, so Ihr noch nicht ans Sterben gedacht habt und auch nicht an ein Testament, denkt an die lieben Verwandten! Verwandte sind zwar auch Menschen, aber..."

 

Presse

"Mien Mann, de fohrt to See" von Wilfried Wroost

Volksspielbühne Rissen, Premiere 30.10.81
Als Herbstpremiere 1981 stellte die Volksspielbühne Rissen die Erbschleicher-Komödie "Mien Mann, de fohrt to See" von Wilfried Wroost auf die Bretter. Was für ein Kontrapunkt zu möglichen trüben Herbststimmungen! Wroost ist es nicht nur hier gelungen, aus einem nicht einmal sehr originellen Stoff saftiges Theater zu machen.
Volle Wirksamkeit erhält dieses recht häufig gespielte Stück allerdings nur, wenn es in rasantem Tempo mit sehr guten Akteuren über die Bühne wirbelt. Und genau das ist unter der Regie von Rudolf Schröder mit wenigen Ausnahmen auch passiert. Immerhin müssen Schauspieler für 10 profilierte Persönlichkeiten aufgeboten werden, kein kleines Problem für eine Amateurbühne. Aber die Rlssener hatten das fest im Griff.
Kneipier Karl Brammer, angeblich zur See fahrend und dann darin ertrunken, in Wirklichkeit aber im Knast sitzend, wurde sympatisch dröhnig von Günter Schramme dargestellt. Annelie Lettermann hat sich mehr als respektabel mit der Riesenrolle der vielfach verehrten, aber auch verleumdeten Wirtsfrau Mary auseinandergesetzt. Dennoch eine Einschränkung: Das in dem großen, zudem noch ständig ausverkauften Rissener Saal erforderliche Forcieren führt bei Frau Lettermann leider zu Schwierigkeiten, auch mit erhobener Stimme noch sprachlich zu differenzieren. Schade um die sonst große Leistung. Fachmännischer Rat könnte wohl helfen. Grandios das Quartett der ekelhaft raffgierigen Verwandten von Karl Brammer. Die Rissener Stars Hilma und Egbert Wieck, Rudolf Schröder und mit kleinem Abstand Christel Tewes rissen das Publikum zu immer neuen Lachsalven hin. Jede Pointe saß, es stimmte einfach alles.
Ebenfalls sehr beeindruckend Adrian Pott, Brammers inzwischen erwachsener unehelicher Sohn, der durch sein plötzliches Wiederauftauchen alle Hoffnungen der miesen Sippe auf ein saftiges Erbe zunichte macht. Der sehr begabte Thorsten Junge war in der Rolle ständig präsent, auch wenn er nicht "dran" war. Eine erstaunlich reife Leistung, hoffentlich bleibt er lange dabei. Auch Ursula Rust als quicke und patente Gaststättenhilfe Ulli ließ keine Wünsche offen. Lediglich Peter Rust und Jürgen Wingberg hätten als Marys Verehrer etwas lockerer und souveräner im Spiel sein können. Fazit: ein sehr vergnüglicher Abend. Die Rissener Volksspielbühne auf der Höhe ihres Könnens.
(Verbandskritikerin Marianne Römmer)

 

Szenen-Fotos

 

 

Jürgen Wingberg - Peter Rust - Annelie Lettermann

 

 

Hilma Wieck - Christel Tewes - Egbert Wieck - Rudi Schröder

 

Hilma Wieck - Egbert Wieck - Rudi Schröder - Christel Tewes

 

Christel Tewes - Rudi Schröder - Günter Schramme - Annelie Lettermann

 

Rudi Schröder - Thorsten Junge - Ursula Rust

 

Hilma Wieck - Egbert Wieck

 

Hilma Wieck - Rudi Schröder - Christel Tewes - Ursula Rust

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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