Wir über uns

 

Wi spelen in't Fröhjohr 1978:

"Jonny de Drütte"

 

Kummedi in dree Akten

vun Konrad Hansen

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 7. Aprilmaand 1978

Sünnavend, 8. Aprilmaand 1978

Sünndag, 9. Aprilmaand 1978

Maandag, 10. Aprilmaand 1978

Dingsdag, 11. Aprilmaand 1978

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Opa Lührs:

Egbert Wieck

Vadder Lührs:

Günter Schramme

Jonny Lührs:

Thorsten Junge

Betty Lührs:

Hilma Wieck

Antje:

Sabine Mutschink

Tetje:

Hanns Wieck

Herr Schmidt:

Wolfgang Vacano

Fru Schmidt:

Bärbel Fischbeck

Uschi:

Inge Thurmann

Susi:

Regina Wieck

Alma Krützfeld:

Hannelore Schramme

Adele Schnoor:

Christel Tewes

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Lisa Schröder

Toseggersch:

Elfi Bergel

An de Siet:   

Irmgard Ehrich

Prüük un Visaasch:

Regina Wieck,

 

Silke Lorenzen

Lüchtmokers:

Herbert Lettermann,

 

Albin Novitski

Toon:

Jörn Schröder

Bühnenmåler:

Wolfgang Vacano

Bühnenbu:

Uwe Fischbeck,

 

Alfred Bergel,

 

Jonni Teich

 

Lütt beten wat to dat Stück

"Wer kennt sie nicht, die wortkargen, breitschultrigen und trinkfesten Männer mit ihren von Wind und Salzwasser gegerbten Gesichtern, die, wo immer sie sich ins bunte Badeleben mischen, ein Hauch von Ferne und Abenteuer umweht. Sie gehören nun mal dazu wie fließend kalt und warm Wasser und der garantiert (von Hotelpalästen versperrte) freie Blick aufs Meer. Wenn der Binnenländer seinen nächsten Urlaub an der See bucht, bucht er sie mit, und mancher würde lieber auf den Landsmann aus Wanne-Eickel in der Nachbarburg verzichten als auf jene kernigen Gestalten mit dunkelblauem Rollkragenpullover und Schirmmütze, deren Schweigsamkeit so sprichwörtlich ist, dass ein zwischen den tabaksaftgebräunten Zähnen hindurchgequetschtes "Prost" das äußerste an Mitteilsamkeit ist, was man ihnen zubilligt. Natürlich gab es sie schon, lange bevor Hans Albers und Freddy Quinn die spezifischen Eigenschaften des Seemannsherzens vorwiegend mit Gesang unters Volk brachten, aber erst der auf Romantik getrimmte Shanty (als "Seemannslied" inzwischen sogar im bayerischen Wald populär) hat den männlichen Küstenbewohnern ihr gewisses Etwas gegeben. Und wenn das Stichwort "In jedem Hafen eine andere Braut" fällt, dann zwinkert der Salzwasser-Casanova vielversprechend - selbst dann, wenn er den heimatlichen Leuchtturm sein Leben lang nicht aus den Augen verloren hat. Erwartungen, zumal wenn sie von Badegästen weiblichen Geschlechts gehegt werden, sind dazu da, dass sie erfüllt werden. Einmal schmeichelt das der männlichen Eitelkeit - wer sähe sich nicht gern mit den nimmersatten Helden der Seemannslieder über einen Kamm geschoren? - und zum anderen belebt ein guter Service erfahrungsgemäß das Geschäft. (Und wenn es sich nur - aber was heißt "nur"? - um einen anerkennenden Blick aus kundigen Seemannsaugen handelt.)

In der Familie Lührs, mit der ich Sie in diesem Stück bekannt machen möchte, hat die oben beschriebene Art von "Kundendienst" Tradition. Zwar gab es in der Art, wie sie den Erwartungen der Badegäste gerecht wurden, von Jonny zu Jonny geringfügige Unterschiede (und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben), aber alles in allem hat sich kein Jonny Lührs je erkühnt, mit der Familientradition zu brechen. Wozu auch, da in diesem Fall Tradition und Allzumenschliches aufs schönste miteinander in Einklang gebracht werden konnten? Jeder echte Mann, auch, wenn er kein Küstenbewohner und demzufolge nicht zur Wahrung derartiger Traditionen verpflichtet ist, wird die Enttäuschung von Opa und Vater Lührs nachempfinden können, als diese eines Tages erkennen müssen, dass der Enkel und Sohn - auch er ein Jonny und von der Natur mit allen notwendigen Vorzügen ausgestattet - schlicht gesagt aus der Art geschlagen ist. Nicht, dass er prinzipiell etwas gegen Tradition und das sogenannte zarte Geschlecht hätte, aber er weigert sich beharrlich zu hören, was mit einem etwas aus der Mode gekommenen Wort "die Stimme des Blutes" genannt wird. Versteht sich, dass dieser bedenkliche Mangel an Lührsschem Erbgut Opa und Vater um die Zukunft der Familientradition bangen lässt. Wird das Bild des Vaters das letzte in der stattlichen Ahnengalerie sein? Oder bedarf es nur des richtigen Anstoßes, um Jonny den Enkel auf den Pfad der Tradition zu bringen? Bitte, nehmen Sie die Sache nicht auf die leichte Schulter. Schließlich geht es um etwas so Hehres wie Tradition. Und Traditschoon mutt Traditschoon blieven. Oder etwa nicht?" (Der Autor Konrad Hansen)

 

Presse

Die VB Rissen brachte als Frühjahrsstück "Jonny de Drütte" von Konrad Hansen. Ich besuchte die Sonnabend-Aufführung am 8.4.78 und sage schon gleich zu Beginn, daß wir (meine Frau war auch dabei) mit dem Gebotenen ausnehmend zufrieden waren. Dabei hatte Rudi Schröder als Spielleiter allerlei gewagt: Nicht weniger als 5 Debütanten hatte er eingesetzt, war das vielleicht kein Wagnis? Natürlich kamen Schnitzer vor, aber ich habe nicht die Absicht, auch nur einen zu erwähnen. "Kritik soll helfen, nicht verletzen", an diese klugen Worte will ich mich halten. -
Ich sage also offen Ja zu dieser Aufführung und will die Schwächen liebevoll draußen lassen, weil ich weiß, daß unser Rudi Schröder ganz sicher seine jungen Freunde hinterher noch ins Gebet genommen haben wird: freundlich, taktvoll, helfend. Wer alles mit der Schärfe des Seziermessers analysieren will, dazu unter dem Motto: "Für mein Geld will ich richtiges Theater sehen", ist ein Kunstbanause, bar jeglichen Idealismus'. Würden wir dem nachgeben, woher käme dann der Nachwuchs? Die Volksbühnenkunst würde an Auszehrung eingehen! Also lieber Rudi: mach weiter solche Experimente, Du warst gut beraten! - Zum Stück: (Und nun lasse ich erst einmal Bärbel Fischbeck sprechen) Fangen wir beim Nestor an: Opa Lührs - noch mit 72 scharf auf "knackiges Gemüse" - alias Egbert Wieck. Diese Bombenrolle ist die 26. seit seiner "Entdeckung" 1964! Wie er selbst zugibt, machen ihm die Rollen am meisten Spaß, bei denen er den Erzkomödianten hervorkehren kann. Eine Rezensentin schrieb einmal: "Ein Urviech auf der Bühne". Wenn auch der Spielleiter sich manchmal wünscht, Egbert Wieck möge "seinem Affen nicht zu viel Zucker geben", der große Erfolg beim Publikum gibt ihm immer wieder recht.
Jonny Lührs, den "Zweiten" getreu dem Grundsatz... was Du ererbt von Deinen Vätern... und stolz auf die stattliche Lührs'sche Ahnengalerie blickend, spielt Günter Schramme, seit 1971 mit Frau im Verein aktiv.
Jonny Lührs, de Drütte, nach Meinung und zum Leidwesen von Opa und Vater völlig aus der Art geschlagen, spielte Thorsten Junge, Nachwuchs aus der Kinder-Theatergruppe der VBR (Leiterin: Herta Mutschink), von Anfang an dabei wie übrigens auch seine Partnerin Sabine Mutschink.
Soweit Bärbel Fischbeck. - Eine Oma gibt es nicht, wohl aber hat Jonny II eine Frau, nämlich Hilma Wieck. Überhaupt, ohne die Wiecks wäre nichts gegangen, sie tauchten an allen Enden auf.
Ich will mich kurz fassen. Opa und Vater glauben, mit dem "Drütten" hätten sie Pech gehabt. Tatsächlich geht er allem Weiblichen weit aus dem Wege. Aber er hat die Rechnung ohne das Mädchen Antje gemacht (Sabine Mutschink), die ein Auge auf den 3. Jonny geworfen hat und seine jungenhafte Scheu mit weiblichem Reiz und Charme überwindet (für diese Szene ein gesondertes "Bravo", Sabine!). Daß Opa, also Egbert Wieck, in dieser Rolle ordentlich "aufdrehen" konnte, und das mit Recht, gab der ganzen Aufführung Halt. Günter Schramme als Jonny de Twete mußte sich Mühe geben, um mithalten zu können. Thorsten Junge, also de Drütte, machte seine Sache beachtlich gut; mach weiter so, Thorsten! - Ich kann nicht alle nennen, denn sonst kommt mir der Schriftleiter auf den Hals. Der Autor hatte noch einige Glanzlichter aufgesetzt, die das Publikum erfreuten, damit soll's gut sein. -
Das Bühnenbild war zweckentsprechend; ein netter Einfall des Spielleiters: Zehn Minuten vor eigentlichem Beginn erscheinen Bühnenarbeiter und geben dem Bild seinen letzten Schliff, dann setzen sie sich zu einer Flasche Bier und spielen Karten, werden dann - nach dem 1. Klingeln - vom Spielleiter weggejagt, der der Souffleuse in ihren Kasten hilft. Dann ein Augenblick der Ruhe und die Handlung beginnt. - Bitte zur Kenntnis: Das Theater war ausverkauft, und es gab viele Vorhänge; sagt das nicht genug?

(Verbandskritiker Werner Plambeck)

 

„Jonny de Drütte"
Die Volksspielbühne Rissen hat es fertiggebracht, fünf Abende bei völlig ausverkauftem Haus (ca. 360 Sitzplätze) Menschen von der Bildröhre fortzulocken. Ich glaube bestimmt, daß auch noch eine 6. Vorstellung genügend Besucher gehabt hätte. Der Applaus, zum Teil auf offener Szene und am Schluß der Aufführung, war überwältigend.
Konrad Hansen hat mit dieser Komödie einen guten Wurf getan. Es fällt mir schwer, einzelne Schauspieler besonders hervorzuheben, weil das ganze Ensemble so sehr gut war und man ja schon oft über sie geschrieben hat. So möchte ich heute nur Thorsten Junge als „Jonny de Drütte" erwähnen, der allein durch seine Mimik begeisterte, ein vielversprechender Nachwuchs.
Wieviel Liebe und Einsatzbereitschaft gehört dazu, anderen Menschen Freude zu schenken. Es sind ja nicht nur die Schauspieler, die ihre Freizeit opfern, sondern auch die Bühnenbildner, Kostümentwerfer, Beleuchter, Garderobieren, Getränkeverkaufer und viele andere, die solche Abende erst möglich machen.
Ihnen allen sei herzlich gedankt. Wir freuen uns schon auf die nächste Saison. R. Mier.

(Rissener Bürgervereinszeitung)

 

Spontaner Applaus
fünf Abende, vom 7. bis 11. April, war die Aula der Schule berbarg in einen Musentempel der Göttin Thalia verwandelt und an allen Abenden bis auf den letzten Platz besetzt. Die Volksspielbühne Rissen hatte zur Vorstellung der niederdeutschen Komödie "Jonny de Drütte" von Konrad Hansen eingeladen und von Altona bis Wedel kamen sie alle, um sich mal wieder köstlich zu amüsieren. Daß an diesen Theateraufführungen, die in niederdeutscher Mundart, also auf plattdeutsch, vorgetragen wurden, alle Bevölkerungsschichten, sowohl alt als auch jung, Interesse zeigten, war überraschend.
Die Akteure der Volksspielbühne treten, nachdem sie vorher etwa zwei Monate lang ihre Freizeit für das Studium eines neuen Stückes geopfert haben, zweimal im Jahr auf. Dieses Amateurtheater soll auch nicht öfter spielen, denn, wie dessen Vorsitzender Egbert Wieck meint, darf die Qualität nicht unter Quantität leiden, und die so zahlreich gekommenen Gäste und dieser große Erfolg muß ihm Recht geben. Dabei möchte die Theatergruppe auch gleichzeitig die niederdeutsche Sprache pflegen und sie lebendig erhalten. Auch hierin, obwohl mancheiner der Besucher bei einigen plattdeutschen Begriffen seinen Nachbarn nach der Bedeutung fragen mußte, genießt die Volksspielbühne großes Ansehen.
Von einer Tradition, speziell um die Erhaltung einer Familientradition, handelte auch die Komödie. Zeitgeist, Geld und Vorurteile waren in den drei Akten des Lustspiels eingeflochten, während "Jonny de Drütte" den Erwartungen seines Opas und seines Vaters zu trotzen schien. Ort der Handlung war die Wohndiele der Familie Lührs auf einer nordfriesischen Insel. Als sich zur Sommerszeit, der Erholung wegen, neben einem Lehrerehepaar aus der Stadt auch noch zwei junge Damen bei den Lührs einquartierten, kam der Haussegen der Familie gewaltig ins Wanken. Jonny der Dritte schien zum schwarzen Schaf der Familie abgestempelt zu werden, als er sich weigerte, den traditionellen Familienpflichten in der "Betreuung" der Damen nachzukommen. Immer wieder gab es lautstarke Beifallsstürme, wenn die Akteure auf der Bühne in deftig vitaler Manier für die überaus große Publikumswirksamkeit des Stückes sorgten. Spontaner Applaus war häufig zu hören und Zeichen von Heiterkeit und Freude, denn die Amateurschauspieler verstanden es hervorragend, in volkstümlicher Form die Zuschauer zu begeistern.
Spielleiter Rudi Schröder ist denn auch mit diesem Erfolg sehr zufrieden und, so sagt er: "Wir möchten eigentlich nicht mehr, als das Publikum unterhalten und erfreuen. [...]

(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

 

Hanns Wieck - Hilma Wieck

 

Inge Thurmann - Thorsten Junge - Regina Wieck

 

Wolfgang Vacano - Günter Schramme

 

Thorsten Junge - Egbert Wieck

 

Regina Wieck - Egbert Wieck - Inge Thurmann

 

Thorsten Junge - Regina Wieck

 

 

Sabine Mutschink - Thorsten Junge - Egbert Wieck - Günter Schramme - Hilma Wieck

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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