Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1976:

"...un baven wahnen Engels"

 

En lustig Spill in 3 Törns

vun Jens Exler

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 22. Oktobermaand 1976

Sünnavend, 23. Oktobermaand 1976

Sünndag, 24. Oktobermaand 1976

Maandag, 25. Oktobermaand 1976

Dingsdag, 26. Oktobermaand 1976

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Helene Engel:

Hilma Wieck

Elvira Engel, ehr Süster:

Elfi Bergel

Klaus, jüm ehr Broderkind:

Jürgen Wingberg

Herr Schlüter, en Naver:

Rudi Schröder

Karen, sien Dochter:

Annelie Lettermann

Alma Fritsche, en Naversch:    

Lisa Schröder

Herr Babbel, Huuswart:

Egbert Wieck

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Elke Novitski

Toseggersch:

Gertrud Felst

An de Siet:

Christel Tewes

Prüük un Visaasch:    

Regina Wieck,

 

Silke Lorenzen

Lüchtmokers:

Herbert Lettermann,

 

Albin Novitski

Bühnenbau:

Alfred Bergel,

 

Uwe Fischbeck,

 

Jonny Teich

 

Lütt beten wat to dat Stück

...un baven wahnen Engels... denkste! Scheune Engel sünd di dat, Elvira un Helene Engel, de beiden Süstern, de dor baven ünner't Dack, sotoseggen in "Sperlingslust". De Düvel kunn dor all ehrer wat mit enfangen, ja, villicht kunn he sogor noch wat tolehrn. Mol ehrlich, wokeen much twee "feine ole Damen" totruen, 'n gräsigen Poltergeist to markeern, üm "unerwünschte" Mieter wedder ut de Parterrewahnung ruut to gruseln, wiel se sülvst bannig scharp sünd op de grötteren Stuven? Aver ehr Broderkind Klaus, de ok noch her mutt, üm för densülvigen Tweck inspannt to warrn, hett siene leven Tanten glieks dörchschaut. He dreiht nu den Spieß üm, maakt jüm fix Füer ünnern Achtersten un lett beide all so'n beten wat vörweg in'e Höll schmoren. Kloor, dat Klaus Ünnerstützung kriggt (un nich blots de!) vun de schnuckelige Naversdeern Karen, un no de opregende Jachteree achter den verdreihten "Kloppgeist" kaamt an't Enn vun Jens Exler sien Lustspill twee "geläuterte Seelen" un de gesamte Naverschap wedder to Roh... Un baven wahnen jümmers noch Engels!

 

Presse

POLTERGEIST IM RISSENER ALTBAUMIETSHAUS

"... un baven wahnen Engels"
Sie kehren immer wieder, die beiden alten Damen unterm Dach, die mit Klopfgeistterror und Schlitzohrigkeit die neuen Mieter der größeren Wohnung unter ihnen zu vergraulen suchen, um selbst dort einzuziehen. Sie werden von kaum einer der Niederdeutsch spielenden Bühnen ausgelassen, weil brüllendes Gelächter und pralle Situationskomik ebenso typisch für plattdeutsches Theater zu sein scheinen, wie simple Inhalte und deftig-komische, vordergründig-einfache Charaktere. Ich wundere mich, daß immer wieder dieselben Stücke desselben Genres auf dem niederdeutschen Spielplan stehen, ich bewundere aber, wie gut das hier zur Freude des Publikums inszeniert wurde:
Rudi Schröder hat dem Stück mit souverän straffendem Rotstift etliche Längen genommen und das Ensemble mit viel Freude an Detailarbeit sicher geführt. Gut herausgearbeitet und erfreulich differenziert dargestellt waren die beiden grundverschiedenen Charaktere der beiden Altjungfern Engel, befehlsgewohnt dominierend Helene (Hilma Wieck), etwas dümmlich-pfiffig-bauernschlau die unterdrückte "Jüngere" Elvira (Elfi Bergel). Die jahrzehntelangen Machtkämpfe glaubte man den beiden Engelein aufs Wort.
Ihr das Spiel durchschauender, sie mit ihren eigenen Waffen schlagender Neffe Klaus (Jürgen Wingberg) war mir etwas zu laut und polterig. Statt direkter, dick aufgetragener Unflätigkeit gegen die Tanten wäre psychologische Kriegsführung mit hintergründiger, ironisch-freundlicher Biestigkeit und lächelnd-knebelnder Tyrannei wirkungsvoller gewesen. Er hatte mit seiner wiedergefundenen Jugendliebe Karen Schlüter (Annelie Lettermann), die mir etwas neben ihrer Rolle zu stehen schien, einen schweren Stand gegen das übrige Ensemble mit so routinierten Erzkomödianten wie Egbert Wieck, der den Hauswirt Babbel nach anfänglichen Schwächen im ersten Akt mit sicheren, kräftigen Strichen als köstliches Original zeichnete und auch mimisch überzeugte.
Er konnte mit seinen gelegentlichen, spielfreudigen Extemporés die Souffleuse (Gertrud Feist) zu höchsten Leistungen auflaufen lassen, nicht aber die kodderschnäuzige Sludernaversch Frau Fritsche aus dem Konzept bringen, die Lisa Schröder als vollsaftige Schlampe lebensecht auf die Bretter stellte. Da stimmte jede Pointe, jede Geste! Wenn dieses Gewitterblech mit den Knüllchen auf dem Kopf und dem ausgefransten Saum am Knautschlook-Rock über das Engelheim hereinbrach, beherrschte nur noch sie die Szene, war nur sie dort zu Hause und nicht einmal die sonst so dominante Helene war diesem penetranten Schandmaul gewachsen, das alle anderen an die Wand spielte! Eine herrliche Type!!
In der richtig angelegten, aber nicht fertig ausgearbeiteten Rolle des poltergeistzermürbten Nachbarn Schlüter, die Rudi Schröder noch zu übernehmen hatte, heizte er zwar zunächst als Stotterer die Stimmung an, blieb aber dann hinter dem Leistungsniveau seiner Inszenierung zurück, weil er als Darsteller der Führung und Kontrolle der Regie entraten mußte. Womit die alte Theaterregel bestätigt wäre, daß man den Regisseur zwar spüren, nicht aber auf der Szene sehen sollte. (Man sollte ihn auch mit Umbesetzungsproblemen neben seiner Regiearbeit nicht allein lassen.)
Alfred Bergel, Uwe Fischbeck und Jonni Teich bauten ein sehr hübsches, stimmungsvolles und wohltuend standfestes Bühnenbild, dessen Interieur auch in Kleinigkeiten zu seinen Bewohnerinnen paßte. Das Publikum spendete spontanen Beifall.
Die unvermeidliche Vereinsdank-Blumenzeremonie beim Schlußapplaus sollte man als Laienspielrelikt in die Garderobe verbannen! Vor den Vorhang gehören die Darsteller ohne Störung ausschließlich dem Publikum, das sich für zwei Stunden gute Unterhaltung bei ihnen bedanken will. - Und das tat es ausgiebig und herzlich!

(Verbandskritiker Gert Krause)


Die Rissener Amateure begeisterten ihr Publikum
Vier Abende lang herrschte in der Aula der Schule Iserbarg in Rissen nichts anderes als Heiterkeit und Frohsinn. Die Volksspielbühne Rissen bot hier den vielen hundert Zuschauern bestes Amateurtheater. Mit dem Lustspiel „Un baven wahnen Engels" von Jens Exler zeigten die Mimen überzeugend ihr vielseitiges komödiantisches Talent.
Hilma Wieck verkörperte mit herrlichem Mienenspiel das gar nicht so engelhafte ältliche Fräulein Helene Engel, das seine ebenso jungfräuliche und etwas dümmliche Schwester Elvira beherrschte, kommandierte und zu scheinheiligen Aktionen verleitete. Elfie Bergel als „Elviiiraa" spielte diesen Part so gut, daß man fast Mitleid mit diesem unterdrückten Wesen bekam.
Diese beiden im Dachgeschoß wohnenden „Engel" füllten ihr ereignisloses Leben damit aus, durch Geisterbewegungen unliebsame Mieter aus dem Haus zu vergraulen, um selbst in den Genuß der größeren Parterrewohnung zu kommen. Vollstes Verständnis fanden die beiden alten Mädchen bei der klatschsüchtigen und kaffee- und kohlenschnorrenden Hausbewohnerin Alma Fritsche, eine Paraderolle für Lisa Schröder.
Schließlich durfte auch Egbert Wieck mit seinem brillanten Spiel als nicht unbestechlicher und von jungen Mädchen faszinierter Hauswirt nicht fehlen. Sicher hätten die beiden Damen Engel ihren Plan auch verwirklichen können, hätten sie sich mit der Aufnahme ihres Neffen Klaus (Jürgen Winberg) nicht selbst eine Laus in den Pelz gesetzt.
Er hatte den Spieß sehr bald umgedreht, so mußten Elvira und auch Helene Engel ihn bis zum Unerträglichen bedienen, wurden durch seine Geistergegenaktionen so weit getrieben, daß schließlich „da oben nur noch Engel wohnten". Selbstverständlich trug auch die Liebe ihr Teil mit dazu bei, daß am Schluß dieses Stücks nur noch eitel Freude herrschte. Nicht zu vergessen das ausgezeichnete Spiel von Annelie Lettermann und Rudi Schröder. Ein dickes Lob verdient zudem das gelungene Bühnenbild. Die Rissener Mimen nennen sich Amateure, doch dieser Begriff gilt nur in bezug darauf, daß sie nur aus Spaß am Spiel auf der Bühne stehen, sicher nicht, was ihre Schauspielkunst anbetrifft. (Ingrid Roitzsch, Hamburger Abendblatt)

„... un baven wahnen Engels":
Plattdeutscher Theaterspaß in Rissen — Gute Nachricht für alle Theaterfreunde und Plattdeutschfans aus dem Hamburger Westen: Die Volksspielbühne Rissen führt von Freitag, 22. Oktober, bis einschließlich Dienstag, 26. Oktober, jeweils um 20 Uhr, in der Aula der Schule Iserbarg das niederdeutsche Lustspiel „...un baven wahnen Engels" auf. Unter der Leitung von Rudi Schröder wird seit August dafür geprobt: zuerst in einer Garage von Elfi Bergel am Ginsterstieg, später abwechselnd in den Häusern der Akteure und in der Schule. Pressesprecherin Bärbel Fischbeck: „Das Stück ist mit viel Elan und Liebe einstudiert worden. Wir glauben, daß auch die Zuschauer ihren Spaß daran haben werden!"

Hier kurz der Inhalt: unter dem Dach eines älteren Mietshauses wohnen die beiden altjüngferlichen Schwestern Elvira und Helene Engel. Sie wollen zu gern eine größere Wohnung im Haus beziehen. Als diese Bitte vom Inhaber abgelehnt wird, und ein neuer Mieter mit Kindern das Domizil bekommt, greifen die Damen Engel zu ungewöhnlichen Mitteln. Im Hause treibt plötzlich ein Klopfgeist lautstark und regelmäßig sein Unwesen. Nicht nur die gesamte Mieterschaft, sondern auch der Hauswirt geraten in Angst und Schrecken. Neffe Klaus der Schwestern Engel, den beide für ihre Interessen einsetzen wollten, durchschaut das Spiel, dreht den Spieß um und — und heizt nun seinerseits den netten Tanten tüchtig ein. [...]

(Elbe-Wochenblatt)

 

Das Herbststück der Rissener Volksspielbühne
"un baven wahnen Engels" hieß das Lustspiel, das unter der Leitung von Rudi Schröder Ende Oktober in der Iserbarg-Aula gespielt wurde.
Auch wer nicht selbst Plattdeutsch spricht, hatte seine Freude daran, zu sehen, mit welchen Methoden die beiden Schwestern Engel andere Hausbewohner vergraulen, um selbst aus der Dachwohnung herauszukommen. Mit Beifall auf offener Szene wurden nicht nur unsere altbekannten „Stars" immer wieder begrüßt, sondern er galt auch den Darstellern für ihr Können in dem herzerfrischenden Stück.

(Rissene Bürgervereinszeitung)

 

Szenen-Fotos

 

 

 Lisa Schröder - Egbert Wieck

 

 

Elfi Bergel - Lisa Schröder - Hilma Wieck

 

Egbert Wieck - Lisa Schröder

 

Annelie Lettermann - Egbert Wieck - Jürgen Wingberg

 

Rudi Schröder

 

Hilma Wieck - Elfi Bergel

 

 

Egbert Wieck

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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