Wir über uns

 

Wi spelen in't Fröhjohr 1973:

"Keen Utkamen mit't Inkamen"

 

En lustig Spill in dree Törns

vun Fritz Wempner

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 13. Aprilmaand 1973

Sünnavend, 14. Aprilmaand 1973

Sünndag, 15. Aprilmaand 1973

Maandag, 16. Aprilmaand 1973

Dingsdag, 17. Aprilmaand 1973

 

Rullen un jüm ehr Spelers

August Bodendiek, Rentner:

Egbert Wieck

Ida Bodendiek, sien Fru:

Hilma Wieck

Helmut Jäger, Oovt- un Gröönhöker:   

Günther Schwenn

Klaus Jäger, sien Söhn:

Günter Schramme

Gerry Franzen, loter Fru Jäger:

Inge Schwenn

Lisa Franzen, ehr Dochter:

Silke Lorenzen

Fide Sprott, Naver:

Erich Hübner

Fru Bollmann, Fru vun Lisas Chef:

Herta Mutschink

Paula Sprott, Naversch ehr Stimm:    

Elfi Bergel

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Toseggersch:

Gertrud Felst

Hülpslüüd an de Siet:   

Christel Tewes,

 

Gesine Grote

Bühnenbau:

Uwe Fischbeck

Lüchtmoker:

Dieter Rieck

Prüük un Visaasch:

Vera Lenz

 

Lütt beten wat to dat Stück

Bei den Bodendieck's reicht die Rente vorn und hinten nicht. So entschließen sich die Eheleute unterzuvermieten. Was jedoch nicht geplant war: Sie haben die gute Stube gleich zweimal vergeben - er an die junge Lisa, sie an den fast gleichaltrigen Klaus. Geschäftstüchtig wie sich die Bodendiecks entwickeln, glauben sie an doppelte Einnahmen, als sie feststellen, daß Klaus nachts arbeitet. Vertrackt wird es aber erst, als Klaus am Tag im Bett liegt und Lisas Chefin zu Besuch kommt...

 

Presse

BODENDIEK CONTRA SPROTT
Seien wir doch ehrlich: von diesen beiden Idealtypen oder auch Milieumotten einzig und allein lebt das Lustspiel "Keen Utkamen mit't Inkamen". Und das wiederum ist typisch bei Wempner. So z.B. auch in "Rund um Kap Hoorn" sind es Käptn Nass und die Zeitungsfrau Jette. Seine Stücke sind publikumslüstern und deshalb themenarm. Der Spielleiter, der die eben genannten Typen in seinem Ensemble nicht 100%ig ausweisen kann, wird niemals "ankommen". Im Gegensatz zu der niederdeutschen Klassik. Bei Boßdorf, Stavenhagen etc. ist jede Rolle eine Aussage, steht der unverfälschte niederdeutsche Mensch, egal welcher Zunge. Und so scheint es mir nicht von ungefähr, wenn man nun dazu übergeht, hochdeutsche Stücke - Ja, und sei es auch Brecht - ins Niederdeutsche zu übertragen, um auch bei der Jugend mit dem Niederdeutschen und seinem Erhalt auf Resonanz zu stoßen. Entscheidend und letztlich ist immer die Aussage am Theater und nicht der Klamauk.
Zurück zu Bodendiek und Sprott. Die VB Rissen hatte sie beide und zwar 100%ig. Egbert Wieck als August mit Vornamen des Bodendiek, der mit vorder- und hintergründigem Humor in allen Lagen des Lebens, auch den schwierigsten, Sieger blieb. Anders dagegen Fide Sprott. Er jongliert mit einer adoptierten Doofheit, paart sie mit einer nahezu bäuerlichen Verschlagenheit und findet die Belohnung seiner "Liebesmüh" im Alkohol. Die Schnapsszene macht dem Erich Hübner so leicht keiner nach. Durch den vielen Szenenapplaus sahen sich August und Fide vollauf bestätigt. Hilma Wieck mußte im Schatten ihres August bleiben. Ihr darstellerisches Vermögen aber sorgte dafür, daß es kein Schattenspiel wurde (ja, manchmal haben unsere Autoren merkwürdige Vorstellungen). Ich kann mir nicht helfen, die Fruchthändler, die ich kenne, sind alle aus einem ganz anderen Holz geschnitzt, als uns das Günther Schwenn mit seinem Helmut Jäger weiszumachen versuchte. Silke Lorenzen als Lisa echt und ehrlich, so daß es ihr gelang, ihren manchmal grobschlächtigen Klaus gehorsam "bei Fuß" gehen au lassen. Lag wohl an dem Duftwasser im "gemeinsamen Bett" der gekoppelten Bude. Fraglos ein Liebespaar nach dem Geschmack unserer homogenen Gesellschaftsauffassung. Frau Bollmann (Herta Mutschink) traf nicht immer den "Chefton". Aber wer will schon sagen, welche Chefin die Richtige ist oder welche nicht? Schon gar nicht, wenn man nicht weiß, ob sie geschieden oder verwitwet sind. Ledige (Chefin meine ich) sind an sich eine Sparte für sich. Inge Schwenn als Gerry war da schon offenkundiger. Sie angelte sich den Gemüsefritzen mit den sauren Apfelsinen und versuchte nun als Gattin, Mutter und Stiefmutter mit mütterlichem Einfühlungsvermögen und Elan, dem Liebespaar Schützenhilfe zu geben. Paula Sprott exestiert nur auf dam Papier, ihre Stimme lieh ihr Elfi Bergel. Und dabei mag mancher an seine liebe Nachbarschaft erinnert worden sein.
Ohne Fehl und Tadel aber das Bühnenbild. Wie überhaupt man den Kameraden von der Technik "nichts ans Zeug flicken" kann, trotz eifrigen Suchens und Schnüffelns.

(Verbandskritiker Erich Fitzwald)

 

Wieder großartiger Theaterabend am Iserbarg
Rissen. Wie Immer, wenn die Volksspielbühne ihre Vorstellungen gibt, war die Aula der Schule Iserbarg voll besetzt. Dieses Mal hatte die Spielgemeinschaft das Wagnis unternommen, ein „Lustig Spiel" von Fritz Wempner bald nach der Fernsehsendung zu bringen.
Der Inhalt des Spieles gab viel Anlaß zu heiteren Konflikten. Das Rentnerehepaar Bodendiek, bei dem kein „Utkamen mit't Inkamen" ist, beschließt ein Zimmer zu vermieten. Bodendiek möchte eine nette junge Deern als Mieterin und seine Frau einen frischen jungen Mann. Das Schicksal will es, daß jeder vom anderen unbemerkt seinen Wunsch erfüllt bekommt. Was nun? Keiner will seinen Mieter vor die Tür setzen.
Listig löst August das Problem: der junge Mann arbeitet nachts und schläft tags, und das junge Mädchen kommt erst abends nach Hause, um nachts zu schlafen. Da braucht man doch nur jedesmal eine halbe Stunde, um Bettzeug und Schrankinhalt zu tauschen und nimmt eben beide! Die doppelte Miete ist nicht zu verachten.
Aber es kommt, wie es muß. Die beiden Mieter begegnen sich, verlieben sich und stehen vor neuen scheinbar unlösbaren Familienproblemen. Keiner ahnt, daß er des anderen wegen sein Elternhaus verlassen hat. Klaus, weil sein Vater eine „Goldgräberin" heiratet, die Lisas Mutter ist und das junge Mädchen, weil der böse Sohn des Stiefvaters den Frauen vorwirft, nur aus Berechnung zu heiraten. Nach amüsanten, immer neuen Verwicklungen lösen sich die Konflikte zur allgemeinen Zufriedenheit.
Schon das Bühnenbild versetzte die Zuschauer in die Atmosphäre des Kleinrentnerhaushaltes. Unter Rudi Schröders Spielleitung vollendete der einzelne den Gesamterfolg des Ensembles. Der Star des Abends war wieder einmal Egbert Wieck. Er füllte die Figur des listig-gemütlichen Rentners mit prallem Leben. Seine Frau, im Leben und auf der Bühne, war die prächtige Ergänzung des Rentnerpaares. Das Liebespaar Silke Lorenzen und Günter Schramme gewannen durch Frische und Charme die Herzen. Das gesetzte Paar, Inge Schwenn und Günther Schwenn, zeigten reizvoll ihr Recht auf Glück und ihr — zum Schluß ungetrübtes — Verhältnis zur Jugend. Herrlich waren auch die beiden Komikerinnen Herta Mutschink und Elfie Bergel. Ein voller Erfolg!

(Norddeutsche Nachrichten)

 

Vergnügliche Stunden mit der Volksspielbühne Rissen
Lebhafter Beifall für Neueinstudierung von „Keen Utkamen mit't Inkamen"
Wedel. Freunde der niederdeutschen Sprache erlebten am Wochenende in der Aula der Iserbarg-Schule In Rissen vergnügliche Stunden mit der Volksspielbühne Rissen. Das begeisterte Publikum zollte den Akteuren aus Wedel und Rissen durch wahre Beifallsstürme Dank und Anerkennung für ihre glänzenden Leistungen in dem lustig Spill „Keen Utkamen mit't Inkamen" von Fritz Wempner unter der Regie von Rudi Schröder.
Applaus auf offener Bühne begleitete fortgesetzt die Schauspieler und zwang sie gelegentlich, ihren Part zu unterbrechen. Die Wahl des Stückes erwies sieh als überaus glücklich.
„Keen Utkamen mit't Inkamen" ist die Geschichte des Rentnerpaares August und Ida Bodendieck, die mit der Vermietung eines Zimmers ein paar Groschen nebenbei verdienen wollen und durch Ungeschick peinliche Situationen heraufbeschwören. August (Egbert Wieck) gibt in Abwesenheit seiner Frau die Stube an ein jungen Mädchen (Silke Lorenzen), während Ida (Hilma Wieck) an einen jungen Mann (Günter Schramme) vermietet. Da weder August noch Ida ihrem Mieter den Stuhl vor die Tür setzen wollen, beschließen beide, aus der Not eine Tugend zu machen, als sie erfahren, daß der junge Klaus Jäger tagsüber schläft und nachts arbeitet, und die junge Mieterin Lisa Franzen umgekehrt. Sie vermieten die Kammer an beide.
Es kommt, wie es kommen mußte, eines Tages zur Begegnung der beiden Mieter, und die sich daraus ergebenden Verwicklungen und Turbulenzen sind nicht „von Pappe".

Hinein in die Auseinandersetzungen platzt überraschenderweise Lisas Chefin Frau Bollmann (Herta Mutschink), im Glauben, das junge Mädchen sei verheiratet, was Lisa der Eifersüchtigen zur Besänftigung erzählt hat. Da muß der Untermieter und Zimmergenosse Klaus als Rettungsring herhalten, was ihm bei der hübschen Lisa gar nicht so schwer fällt. Außerdem mischen noch die Eltern der jungen Leute kräftig mit, doch schließlich kommt alles zu einem glücklichen Ende.
„Wir sehen in unserem Hobby zugleich die Aufgabe, die niederdeutsche Sprache zu erhalten und zu fördern. Momentan haben wir etwa 30 aktive Spieler im Alter von fünf bis 72 Jahren aus Wedel und den Hamburger Elbgemeinden. Dennoch ist der Nachwuchs unser großes Problem — wer spricht schon noch Platt?", erzählte Heiner Tewes, der schon im Wedeler Theaterverein aktiv war, bis dieser 1953 mangels geeigneter Räumlichkeiten aufgeben mußte.
„In unserer Volksspielbühne sind alle Berufe zu finden", meint Tewes, „vom Arbeiter über den Beamten, kaufmännische Angestellte, Krankenschwestern bis zum Rentner." Stolz ist die Theatergruppe auf eigene Requisiten, Prospekte und Kulissen.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Vertellsel un Dööntjes

In einer Szene sitzen Hilma und Egbert Wieck zusammen am Tisch. Egbert redet und redet und steht dabei auf. Währenddessen bemerkt Hilma, dass ihr Stuhl zusammenbricht. Da sie gerade eine Schulterverletzung ausheilt, kann sie nicht aufspringen und sinkt so langsam und stetig wie auf einem kleinen Lift hinter dem Tisch zu Boden - unbemerkt von ihrem Mann. Als der sich wieder umwendet, ist niemand mehr zu sehen. Nach einer kurzen Schrecksekunde taucht hinter dem Tisch Hilmas Hand auf und man hört ihre Stimme rufen: "Ik heff di al lang seggt, dat wi den Stohl no'n Dischler bringen schüllt!"

 

Szenen-Fotos

 

Günther Schwenn

 

 

Herta Mutschink - Egbert Wieck

 

Erich Hübner

 

Silke Lorenzen - Günter Schramme

 

Erich Hübner - Egbert Wieck

 

Egbert Wieck - Hilma Wieck

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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