Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1971:

"De vergnöögte Tankstell"

 

En lustig Spill in dree Törns

vun Fritz Wempner

Speelbaas: Heiner Tewes

 

 

Opföhrensdaag

5 Opföhren in'n Oktobermaand 1971

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Gerd Jensen, den de Tankstell tohöört:       

Rudi Schröder

Willem Bock, Tankstellenwart:

Egbert Wieck

Mieke, Huushöllersch:

Elfi Bergel

Dolly Hansen:

Bärbel Fischbeck

Ellen Lund, Fotoreportersch:

Helmtraut Riese

Hannes Puusch, Hannelsmann:

Erich Hübner

Dr. Ramm, Landarzt:

Gustav Felst

Werner Stürmer vun't Kriesbuamt:

Jürgen Birkl

Krischan Menke, Buer:

Günter Schramme

Heike, sien Dochter:

Inge Schwenn

Kassen Kreimann, Buer:

Günther Schwenn

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Heiner Tewes

Toseggersch:

Silke Lorenzen

Hölpersch an de Siet:     

Christel Tewes

Prüük un Visaasch:

Walter Brock

Bühnenbau:

Uwe Fischbeck

 

un Crew

 

Lütt beten wat to dat Stück

Es ist schon eine verfahrene Situation, wenn durch plötzliche Umdisponierung der Gemeinde eine Straße, auf die Tankstellenbesitzer Gerd Jensen seine ganze Hoffnung gesetzt hat, woanders gebaut werden soll; wenn die ersten Wechsel fällig werden; und wenn keine Aussicht besteht, mit dem "komodigen" Beifahrer Willem erste Lorbeeren beim Motorradrennen, der angestrebten neuen Existenzgrundlage Jensens, zu gewinnen! Als er dann noch einen jungen Mann anfährt, scheint seine permanente Pechsträhne ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Dieser "Unfall" entpuppt sich als kerniger, kiebiger, rotzfrecher Bengel, der Leben in die Tankstelle bringt und sich Jensen als "Beifahrerakrobat" förmlich aufdrängt. Welche riesengroße Überraschung dann auf Gerd Jensen und seine Tankstellencrew zukommt, sei hier noch nicht verraten...

 

Presse

Benzin vom Iserbarg
In Rissen können die Autofahrer jetzt auch in der Aula der Schule Iserbarg tanken. Diesen Eindruck hatte ich, als ich diesen Raum betrat, um die Aufführung „De vergnöögte Tankstell", von Fritz Wempner, anzusehen.
Der Beginn der Vorstellung wurde sehr originell eingeläutet. Die Rissener hatten als besonderen Gag statt der obligaten Klingel eine Autohupe tönen lassen. Das brachte ihnen schon vor dem eigentlichem Spiel die Verbindung zwischen dem Publikum und der Bühne, die bis zum Schluß nicht mehr abbrach.
Drei Stunden (!) sprühte nun in dieser Tankstelle ein Feuerwerk der guten Laune mit Höhen und Tiefen, inszeniert von Heiner Tewes.
Mit wieviel Spaß die Darsteller bei der Sache waren, zeigt allein die Tatsache, daß Rudi Schröder als Tankstellenbesitzer und Rennfahrer Gerd Jensen sich mit aller Gewalt in eine enge, moderne Hose zwängte, um dieser Rolle gerecht zu werden. Ihm zur Seite stand Egbert Wieck als sein Tankwart und Schmiermaxe Willem Bock. Beide ergänzten sich großartig und routiniert, wobei Egbert Wieck etwas mehr hätte gebremst werden müssen. Aber wer ihn kennt, weiß, wie schwierig das ist. Die Seele der Tankstelle war die Haushälterin Mieke, Elfi Bergel. Sie spielte sicher und gekonnt den Blitzableiter für die beiden Hitzköpfe (siehe oben), wobei sie sich allerhand boshafte Worte gefallen lassen mußte.
Der Clou dieses Stückes ist die Rolle der Dolly Hansen, gespielt von Bärbel Fischbeck. Nicht nur als junger Bursche verkleidet, sondern auch als verliebtes Mädchen überzeugte sie von Anfang an. Helmtraut Riese, als Fotoreporterin Ellen Lund, spielte zwar lebhaft und mit sehr viel Elan, jedoch war es ihr anzumerken, daß es ihr noch an Routine fehlt. Ich glaube aber, daß sie sich noch sehr steigern kann.
Als fliegender Händler (mit Bauchladen) trat stets im „unpassendsten" Moment Erich Hübner, alias Hannes Puusch, in die Szenerie. Er zeigte einmal wieder eine großartige Leistung.
Ein neues Gesicht sah man in Rissen in der Rolle des Werner Stürmer, Angestellter vom Kreisbauamt. Es war Jürgen Birkl anzumerken, daß er der plattdeutschen Sprache nicht mächtig war. Vielleicht wäre sein Debüt etwas besser ausgefallen, wenn man ihn seine Rolle hätte Hochdeutsch sprechen lassen.
In etwas kleineren Rollen, deshalb jedoch nicht minder gekonnt, sah man Gustav Felst als Landarzt Dr. Ramm, Günter Schramme und Günther Schwenn als Bauern Krischan Menke und Kassen Kreimann sowie Inge Schwenn als Tochter Heike Menke.
Alles in allem war es eine sehr homogene Crew, die in Rissen ihr Publikum zu begeistern verstand. Die Rissener feierten mit der vergnögten Tankstell ein kleines Jubiläum: die 100. Aufführung seit Bestehen. Von dieser Stelle aus nochmals meine Gratulation und für die nächsten 100 toi, toi, toi.
Nachzutragen bleibt noch, daß die großartige Ausstattung der Bühne der Esso-Werbeabteilung und natürlich auch Uwe Fischbeck mit seinen Mannen zu verdanken war."

(Verbandskritik)

 

Sonderapplaus für Hübner
Rissen. In der Aula der Schule am Iserbarg kamen die Besucher bei dem Lustspiel (Dreiakter) „De vergnöögte Tankstell" von Fritz Wempner voll auf ihre Kosten, das die Rissener Volksspielbühne nach alter „Hausordnung" wiederum an fünf Abenden aufführte. Begeistert wie eh und je ging das Publikum am ersten sowie am letzten Tag mit, denn das ausgezeichnete Ensemble der V.B. Rissen fand schnell den Kontakt zum Zuschauerraum.
Als Junge verkleidet schleicht sich Dolly Hansen (Bärbel Fischbek) in die Gunst des großen Rennfahrers und Tankstellenbesitzers Gerd Jensen. Sie wollte unbedingt Schmiermaxe bei ihm werden, doch als Mädchen käme sie hierfür nicht in Frage. Der Ruhm des bekannten Rennfahrers hatte in letzter Zeit jedoch gelitten, weil Gerd Jensen sich nicht von seinem Tankwart und Freund (Egbert Wieck) trennen konnte, den er noch immer als Schmiermaxe, allerdings zum Gespött der Experten, beschäftigte. Schließlich gelingt es Hans Hansen (Dolly war in die Hosenrolle geschlüpft), den Rennfahrer zu überzeugen, daß „er" der richtige Mann sein körinte. Für Dolly hat das ganze noch einen Hintergrund: sie hatte sich in den früheren Champion der Landstraße verliebt. Das von ihr verfolgte Ziel wurde sogar im doppelten Sinn erreicht: auf der einen Seite gewinnt sie mit Gerd Jensen das große Rennen, auf der anderen Seite das Herz des Rennfahrers, nachdem alle Unklarheiten beseitigt waren.
Für Egbert Wieck schien die Rolle des ausgebooteten Beifahrers wie geschaffen zu sein; gekonnt strapazierte er vor ausverkauftem Haus die Lachmuskeln der Zuschauer. Auch Rudi Schröder als Tankstellenbesitzer und Rennfahrer war so umwerfend überzeugend, daß man ihm auch aus der letzten Reihe der Aula seine erst 30 Lenze glaubte. Bärbel Fischbeck ging voll in ihrer Doppelrolle auf und stand selbst zigarrenrauchend ihren „Mann". Ebenso verdient auch Heiner Tewes für seine hervorragende Inszenierung ein dickes Lob; das Bühnenbild von Uwe Fischbeck, das naturgetreu einer richtigen Tankstelle nachgebaut wurde, war das i-Tüpfelchen zu einer gelungenen Inszenierung. Das Ensemble war jedoch mit Ausnahme der Hauptdarsteller sowie Elfie Bergel, Erich Hübner (er wurde bei seinem ersten Erscheinen sogar mit Sonderapplaus bedacht), Gustav Felst, Günter Schramme und Günther Schwenn in drei weiteren Rollen nicht gut besetzt.

(Norddeutsche Nachrichten)

 

De vergnöögte Tankstell ein gelungenes Vergnügen
Wedel. Weit über 200 begeisterte Zuschauer haben am Freitag die 99. Aufführung der Volksspielbühne Rissen in der Aula der Schule am Iserbarg gesehen. „De vergnöögte Tankstell" hatte Premiere. Mit diesem Volksstück hatte Spielleiter Heiner Tewes aus Wedel einmal genau den Publikumsgeschmack getroffen. Die Zuschauer lachten Tränen.
„De vergnöögte Tankstell, en lustig Spill in dree Törns", handelt von dem jungen Tankwart Gerd Jensen, der sich, da sein Betrieb nicht so läuft, wie er es sich versprochen hatte, dem Motorradsport verschreibt. Allerdings hat er nicht viel Glück, denn sein Beifahrer Willem ist zu alt für den Sport und nicht flink genug.
Da schneit ein Junge namens Hans Hansen ins Haus, der in Wirklichkeit ein Mädchen ist und Dolly heißt. „Hans" kennt nur ein Ziel, mit Gerd Rennen zu fahren. Er setzt seinen Kopf durch, und die beiden gewinnen gleich beim ersten Mal. Gerd hat den Schwindel jedoch bald durchschaut, Dolly sich zu ihrem Kummer in ihn verliebt. Doch es gibt ein Happy-End. Und das gleich dreifach, denn Willem wendet sich der gutherzigen Haushälterin Gerds zu und außerdem verlobt sich Dollys Freundin, die wie ihr Verlobter, ein Beamter aus der Kreisstadt, keine geringe Rolle in dem verzwickten Vol'ksstück spielte.
Das Stammpublikum begrüßte die ihm bekannten Schauspieler bei ihrem Auftritt mit großem Applaus. Besonders beliebt ist offenbar der 70 Jahre alte Erich Hübner aus Wedel, der den Bauchladenhändler Hannes Puusch darstellte. Er hat schon vor 53 Jahren in seiner Heimat in Pommern mit dem Amateurspiel begonnen und erfreut die Rissener seit 20 Jahren mit seinem trockenen Mutterwitz.
Hübner und der Erste Vorsitzende des Bühnenvereins, Egbert Wieck (Willem), veranlaßten das Publikum durch ihre humorigen Dialoge zu wahren Lachstürmen. Rudi Schröder (Gerd Jensen) spielte mit Bravour den Mann, der letzten Endes doch alle Fäden in der Hand hat. Bärbel Fischbeck (Dolly) ist ihm die ideale Partnerin. Seit zwölf Jahren ist sie dabei. In ihrer Rolle als kecker Junge glaubt ihr keiner, daß sie „schon" 30 Jahre alt ist. Besonders zu erwähnen ist auch Elfi Bergel als die mütterliche Haushälterin Mieke. In den Gesprächen mit Hannes (Hübner) und Willem (Wieck) kann sie ihre schauspielerische Begabung voll entfalten. [...]
Trotz viel Initiative und Fröhlichkeit hat die Rissener Volksspielbühne mit einem schwerwiegenden Problem zu kämpfen: der Nachwuchs ist Mangelware. Woran das liegt, können sich die Spieler nicht erklären. Für sie ist das Amateurtheater das schönste Hobby.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Fünf Wedeler Hauptakteure in der Jubiläumsaufführung
Wedel. Der Vorhang zur 99. Aufführung der Rissener Volksspielbühne hebt sich morgen abend um 20 Uhr in der Schule am Iserbarg. „De vergnöögte Tankstell", so der Titel des Luststücks, soll an den folgenden vier Abenden zur selben Zeit noch einmal aufgeführt werden. Spielleiter ist der Wedeler Postbeamte Heiner Tewes. Nach der Devise „Qualität vor Quantität" gedenkt die Volksspielbühne, auch die nächsten 100 Aufführungen nach dem Jubiläum am Sonnabend hinter sich zu bringen.
Fünf Wedeler wirken in dem Volksstück mit. Unter der Eegie von Heiner Tewes spielt unter anderen Erich Hübner, ein 70 Jahre alter Rentner. Er verkörpert den schrulligen Händler Hannes Puusch. Den Bauern Krischan Menke spielt der Wedeler Baggerführer Günter Schramme. Spielleiter Tewes hat außer diesen drei seine Frau Christel als Inspizientin und die Krankenschwester Silke Lorenzen als Souffleuse engagiert.
Tewes und seine Mannen hoffen, daß auch zahlreiche Wedeler sich eine der vier Aufführungen ansehen werden. Ein Sonderbus aus Wedel, der Sonnabend nach Rissen fahren soll, ist bereits ausgebucht. „Durch unser Spiel wollen wir die niederdeutsche Sprache lebendig erhalten und das Brauchtum nicht in Vergessenheit geraten lassen", erläuterte der Vereinsvorsitzende, Egbert Wieck, dem Tageblatt. „Auf Geld kommt es uns dabei nicht an."
Die Volksspielbühne bedauert, nicht auch in Wedel Theater spielen zu können. „Dort sind keine geeigneten Räume für uns", erklärte der Spielleiter. „Die Wedeler Veranstalter verlangen auch viel zu hohe Mieten für ihre Räumlichkeiten."
In der Rissener Schule gastiert die Volksspielbühne schon seit sieben Jahren. In den vorhergehenden neun Jahren ihres Bestehens führte sie im Heidehaus auf, das später zum Country-Club wurde.[...]

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Szenen-Fotos

 

Egbert Wieck - Hans Toepfer

 

Lisa Schröder

 

Egbert Wieck - Heiner Tewes

 

Erich Hübner - Egbert Wieck

 

Erich Hübner

 

Erich Hübner - Heiner Tewes

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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