Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1970:

"Petrus gifft Urlaub"

 

En lustig Spill in dree Törns

vun Fritz Wempner

Speelbaas: Heiner Tewes

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 23. Oktobermaand 1970

Sünnavend, 24. Oktobermaand 1970

Dingsdag, 27. Oktobermaand 1970

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Herr Thomsen, Fabrikant:

Gustav Felst

Ursula Thorgard, sien Steefdochter:

Inge Schwenn

Knut Thomsen, Buer:

Rudi Schröder

Fiete Keesmüller, sien Knecht:

Egbert Wieck

Emma Petersen, Naversch:

Herta Mutschink

Stina, bi Emma Petersen in Deenst:

Elfi Bergel

Hein Kohlmann, bi E. Petersen in Deenst:    

Günther Schwenn

Harro Koopmann, Ingenieur:

Wolfgang Prieß

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Heiner Tewes

Toseggersch:

Gertrud Felst

Hölpersch an de Siet:     

Christel Tewes

Lüchtmokers:

Jürgen Holz,

 

Herbert Lettermann

Bühnenbau:

Uwe Fischbeck,

 

Alfred Bergel

 

Lütt beten wat to dat Stück

Dat is en höllsche Opregung bi den Buern Knut Thomsen. Besöök hett sick ankünnigt, will de leve Tante Frieda no lange Tiet twecks Versöhnung in de Arms sluten. Dat Fatale an de Saak aver is, dat beseggte Tante Frieda all 'n gode Wiel bi Petrus in'n Heven is, wat de Verwandtschap bitto ut finanzielle Grünn verswiegen worrn is. Nu is gode Raat düer, Buer Knut mutt sik wat infallen laten, dormit de Swinnel nich rutkümmt. Woför hett he den plietschen Knecht Fiete, un de hett ok 'n gode Idee: Tante Frieda mutt ganz eenfach Urlaub vun Petrus nehmen, un Petrus gifft Urlaub! Nu warrt dat turbulent, urkomische Situatschonen un Verwesslungen vun lopen Meter. Ok de Leev kümmt nich to kort, un to'n goden Sluss, wo kann't anners sien, sünd alle Bedeligten mit den Utgang vun düssen vergnöglichen Törn vull tofreden.

 

Presse

„Petrus gifft Urlaub"
Mit dem lustigen Spill in dree Törns „Petrus gifft Urlaub" eröffnete die VB Rissen die neue Spielzeit.
Es begann sehr zögernd und schleppend, wobei mir ganz besonders die anfänglichen Textunsicherheiten auffielen. Nach und nach kam das Ensemble aber immer besser ins Spiel, auch wenn hier und dort der fehlende Rotstift einige Längen aufkommen ließ. Das hinderte die Darsteller jedoch nicht daran, mit Freude und Eifer bei der Sache zu sein.
Allen voran Egbert Wieck, der als Knecht Fiete Keesmüller alle Register seines Könnens zog. Er brachte seine Rolle gut und sicher, wenngleich er als „Tante Frieda" manchmal etwas zu sehr „auf die Pauke haute".

Rudi Schröder wirkte in der Rolle des Knut Thomsen souverän und überlegen. Ein Routinier in jeder Phase.

In der Rolle des Hein Kohlmann gefiel mir Günther Schwenn nicht hundertprozentig. Er wirkte zeitweise farblos und unsicher. Der Gag mit dem Verziehen des Mundwinkels war gut, darf aber nicht übertrieben werden.

Elfie Bergel bot als Magd Stina eine ansehnliche Leistung, wenn man von einigen Textunsicherheiten absieht.

Die Rolle der egoistischen Nachbarin Emma Petersen meisterte Herta Mutschink sicher und glaubhaft.

Mit Wolfgang Prieß hat die VB Rissen einen jungen Mann, der in der Rolle des betrügerischen Ingenieurs Koopmann andeutete, daß er auch größere Aufgaben mit Talent meistern kann, wenn er auch zeitweise etwas zerfahren und hektisch wirkte. Gustav Felst brachte die Rolle des Fabrikanten Thomsen so, wie man sich einen echten Industriellen vorstellt. Dagegen konnte Inge Schwenn, als seine Stieftochter Ursula Thorgard, nicht voll überzeugen. Sie verfügte zwar über den für ihre Rolle erforderlichen Charme, ließ aber das rechte Zusammenspiel zu ihren Mitspielern vermissen. Das fiel mir besonders in den Szenen mit „Tante Frieda" auf.
Alles in allem aber boten die Darsteller, unter der Spielleitung von Heiner Tewes, eine abgerundete Aufführung, an der nicht zuletzt das ausgezeichnete Bühnenbild von Uwe Fischbeck und Alfred Bergel seinen Anteil hatte. Der langanhaltende Schlußbeifall war der beste Beweis dafür.

(Verbandskritiker Harry Engelhardt)
 

In Rissen: „Petrus gifft Urlaub"
[...] Seit nunmehr 15 Jahren spielt die fröhliche Amateurspielschar niederdeutsche Volksstücke; aber auch moderne Dichter, Klassiker sowie Musicals stehen auf dem Spielplan. Und sie ist nicht mehr wegzudenken aus dem Rissener Kulturleben.
Die Zuschauer kommen aus allen Teilen West-Hamburgs, um die munteren Aufführungen der VB Rissen zu erleben, denn die Beliebtheit der niederdeutschen Sprache ist wieder größer geworden. Nach jeder hochdeutschen Theateraufführung fragten die Zuschauer aus den Elbgemeinden: „Un wann speelt ji mol wedder op Platt?"
„Von den 70 Personen, die uns als Mitglieder angehören, sind etwa 17—20 aktiv mit dabei", sagte der 1. Vorsitzende der Rissener Volksbühne, Egbert Wieck. „Es könnten aber noch mehr sein!" Die Gruppe würde ganz besonders froh darüber sein, wenn die Jugend sich dem Theaterspielen mehr engagiert; z.B. mangelt es an jugendlichen Liebhabern...

(Quelle unbekannt)

 

Ein durchschlagender Erfolg
„Petrus gifft Urlaub" hieß das lustige Spiel in drei Akten von Fritz Wempner, mit dem die Volksspielbühne Rissen unter der Regie von Heinrich Tewes die Saison begann. Es war ein durchschlagender Erfolg.
Egbert Wiek als der Knecht Fiete Keesmöller brachte die zahlreichen Zuschauer dazu, daß sie Tränen lachten. Er trat als Tante Frida auf, die Urlaub von Petrus bekommen hatte, um ihrem Neffen, dem Bauern und Erfinder Knut Thomsen aus der Patsche zu helfen. Das muß man gesehen haben, wie er mit weißem Haar und langem, grauen Rock über der Manchesterbüx über die Bühne schreitet und trippelt, um eine feine, alte Dame zu spielen.
Den Besuch der „Nichte" will er verscheuchen, aber der Reiz des jungen Mädchens laßt nach braven Ansätzen immer wieder sein Herz schmelzen. Doch der Schwindel muß ja platzen! Nach allen Verwicklungen kommt doch noch alles zum guten Ende.
Alle Darsteller verdienten den lebhaften Beifall: Gustav Felst als Fabrikant mit seiner reizenden Tochter, Inge Schwenn. Rudi Schröder, der Bauer und Erfinder, der heimliche Tantengeldverbraucher, um die Erfindung zu vollenden. Herta Mutschink, die ihn als Nachbarin angeln möchte, um die Höfe zusammenzulegen. Elfi Bergel, die ihren Fiete als Deenstdeern gern eifersüchtig machen will. Günter Schwenn als Knecht und Wolfgang Prieß als nicht ganz fairer Ingenieur.
Die Volksspielbühne Rissen hat mit ihrem mitreißendem Spiel Rissen wieder einen Abend des Lachens geschenkt.

(Norddeutsche Nachrichten)


 

VOLKSSPIELBUHNE RISSEN von 1955 e.V.
NACHRUF!
Am 24. Juni 1970 ist unser liebes Ehrenmitglied, der Schauspieler Otto Schröder, nach kurzer, schwerer Krankheit im 82. Lebensjahr für immer von uns gegangen. - Ein reiches ausgefülltes Leben ist es gewesen, so voll Optimismus und Schaffensfreude. Ungezählten Rollen gab er Leben; nach dem 1. Weltkrieg im Ernst-Drucker-Theater, später gehörte er über 25 Jahre zum Ensemble des Ohnsorg-Theaters. Bis zuletzt schrieb er an Theaterstücken und Hörspielen. Die Volksspielbühne Rissen trauert um einen guten Freund, dem sie soviel wertvolle Anregungen verdankt und der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite stand.

(Bärbel Fischbeck in der Rissener Rundschau)

 

Ein ausgefülltes Leben
R i s s e n. Im 82. Lebensjahr verstarb Otto Schröder. Mit ihm verlor die Bühnenwelt einen ihrer markanten Vertreter, und besonders die Volksspielbühne Rissen einen ihrer Förderer.
Die heimliche Liebe zum Theater war Otto Schröder schon in die Wiege gelegt. So kam es, daß er im väterlichen Kohlenhandelsgeschäft und auch auf dem Technikum in Eutin keinen rechten Kontakt zu diesen handfesten Berufen fand. Er war dann kein weiter Schritt, mehr, bis er den Stuhl des Technikums mit den Brettern einer in Eutin gastierenden Schauspieltruppe vertauschte. Im selben Augenblick war natürlich der Familienkrach da, aber nach der Aussöhnung mit dem Vater konnte Otto Schröder an der Schauspielakademie in Hamburg studieren.
Zunächst lagen Otto Schröder die Klassiker mehr. Er spielte sie auf vielen Bühnen Deutschlands. Doch nach dem 1. Weltkrieg warf er in Hamburg Anker. Am Ernst-Drucker-Theater begann für ihn eine große Zeit. Hier lernte er auch seine spätere Frau, Else Granzow, kennen. Es war im Jahr 1930, als er in Rissen seinen Wohnsitz nahm. Damals erhielt er ein Engagement am Ohnsorg-Theater, und hier nun war eigentlich der Höhepunkt seiner künstlerischen Schaffensperiode, über 25 Jahre gehörte er dem Ensemble an. Er schrieb selbst Theaterstücke und Hörspiele und hatte stets ein dankbares Publikum.
Ein reiches, ausgefülltes Leben ging zu Ende. Es war voller Schaffensfreude bis in die letzten Tage.

(Norddeutsche Nachrichten)

 

Gustav Felst
Eine Handelsgesellschaft ohne kaufmännischen Leiter geht benso kläglich ein, wie ein Verein ohne einen tüchtigen Geschäftsführer. Deshalb weiß die Volksspielbühne Rissen e.V. auch unbedingt zu schätzen, daß Gustav Felst mit umsichtiger Hand die geschäftlichen Belange des Vereins vertritt.
Gustav Felst ist seit seiner Geburt mit der Elbe verbunden. 1913 wurde er in Nienstedten auf dem heutigen Schulgelände, damals Felst'scher Besitz, geboren. Nach der Mittleren Reife packte ihn, wie so viele seiner Generation, das Fernweh; er wollte Export-Kaufmann werden. Doch die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren 1929 besonders ungünstig für diesen Beruf. So wurde er Banklehrling in der Handels- und Verkehrsbank, einer mittleren Bank, die sich hauptsächlich mit der Finanzierung des Vieh- und Schlachthofes befaßte. 1936 zog die Familie nach Blankenese, und als Gustav Felst 1939 heiratete, zog das junge Paar durch die Vermittlung einer Tante nach Rissen, wo sie sich schnell einlebten und wohlfühlten, bis auch in diese Familie der Krieg einbrach. 1940 mußte Gustav Felst zur Luftnachrichtentruppe. Er kam als Geräteverwalter nach Güstrow und von dort in die Atlantikfestung Brest in Frankreich. Ende des Krieges wurde die Festung von der Front abgeschnitten und ausgehungert. Mit dem Mut der Verzweiflung wurde der Ausbruch gewagt, doch der zehnfachen Übermacht waren die stark geschwächten Einheiten nicht gewachsen. Die wenigen Überlebenden wurden von den Franzosen gefangengenommen und dem Amerikaner nach Belgien ausgeliefert. Als Dolmetscher im Kriegsgefangenenlager erlebt er das Ende des Krieges und kam 1946 zurück nach Rissen. Er fing wieder bei der Handels- und Verkehrsbank an, bis diese 1950 Konkurs ging und er zur Hamburger Landesbank hinüberwechselte, bei der er auch heute noch Sachbearbeiter der Kreditabteilung ist. Bis 1955 füllten ihn seine Hobbys Schach und Gartenarbeit voll aus, doch als Bruno Weickert nach Rissen kam und sich einen neuen Wirkungskreis mit einer Volksspielgruppe aufbauen wollte, war Gustav Felst sofort dabei. Über die ersten Jahre der Rissener Volksspielbühne ist schon viel geschrieben worden, doch denken die älteren Mitglieder oft und gern an diese Gründungszeit zurück. "Es war eine sehr schöne, aufregende, aber auch schwierige Zeit", erinnert sich Herr Felst. "Heute können wir über die primitiven Kulissen und Requisiten, mit denen wir anfingen, lachen", erzählt er weiter, "aber als wir auf unserem Dreiradwagen zu unserem ersten offiziellen Auftritt nach Bad Bramstedt starteten, war uns gar nicht danach zumute." Zwischenzeitlich hat sich die VBR e.V. gemausert; aus dem etwas blassen, schüchternen Anfänger wurde ein Fortgeschrittener, der bereits beginnt, auf einigen Saiten der Theaterkunst gekonnt und schillernd zu spielen. Die steigenden Besucherzahlen beweisen es, die Beliebtheit hat die engen Grenzen Rissens überschritten. Seit einigen Jahren ist auch Frau Gertrud an seiner Seite tätig. Als Soffleuse hält sie mit leiser Stimme den Spielablauf fest in der Hand und bringt, oft als rettender Engel, das Spielgeschehen zum guten Ende.

(Rissener Rundschau)


Ende Mai fand, wie alljährlich, die sogenannte Gemeinschaftsaufführung der Hamburger Volksspielbühnen statt, diesmal im Theatersaal an der Marschner-Straße. Einer unserer älteren Darsteller "war mit dabei". - Da spielt nun einer jahrelang mehr oder weniger ergiebige Rollen ohne dabei besonders herauszuragen, und dann kommt einmal irgendwann die Rolle seines Lebens. Unser Erich Hübner hat gezeigt, was in ihm steckt. Die Darstellung des alten Vaters in der Gemeinschaftsaufführung "Ünner een Dack' war eine so großartige, schauspielerische wie physische Leistung, daß es unmöglich war davon nicht zutiefst ergriffen gewesen zu sein.
Ein Meilenstein in der Aufgabe des Vereins das Volksbühnenspiel zu pflegen. - Bravo, Erich Hübner, die Volksspielbühne Rissen hat allen Grund stolz auf Dich zu sein.

(Bärbel Fischbeck in der Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

Rudi Schröder - Inge schwenn

 

 Günter Schwenn - Egbert Wieck

 

Egbert Wieck

 

Egbert Wieck - Elfi Bergel

 

Rudi Schröder

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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