Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1967:

"De Hexenhoff"

 

Lustig Spill

vun Jens Exler

Speelbaas: Heiner Tewes

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 20. Oktobermaand 1967

Sünnavend, 21. Oktobermaand 1967

Sünnavend, 28. Oktobermaand 1967

 

Opföhrensöörd

Iserbarg,

Bad Bramstedt

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Klaus Hamke, Buer:

Egbert Wieck

Dierk, sien Söhn:

Günter Schwenn

Karsten, Knecht:

Erich Hübner

Swatte Tille, Hannelsfru:   

Elfi Bergel

Magda, Huushöllersch:

Lisa Schröder

Zimmerschiet, Stadtminsch:   

Rudi Schröder

Wiebke:

Annelie Warnke

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Heiner Tewes

Sien Hülp:

Otto Schröder

Toseggersch:

Gertrud Felst

Bühnenbau:

Alfred Bergel

 

Lütt beten wat to dat Stück

Jemand möchte den Hof der Bauern Klaus kaufen, aber der will nicht. Plötzlich folgt auf dem Hof ein Unglück dem anderen. Die swatte Tille, eine Hausiererin, weiß auch genau warum; der Hof ist von jemandem behext. Sie erhält nun den lukrativen Auftrag, den Hof zu enthexen.

 

De Autor

Der Flensburger Jens Exler (1914-1987) betrieb seine Autorentätigkeit nebenbei. Hauptberuflich war er als Bautechniker in einer Wohnungsbaugesellschaft tätig. Seine große Leidenschaft galt der niederdeutschen Sprache, für deren Erhalt und Pflege er sich seit frühester Jugend einsetzte. So entstanden nach der  hamburgischen Fassung auch eine kölsche, bayerische, sächsische, schwäbische, fränkische, badische, hessische Fassung und so weiter und so weiter.

 

Presse

Rissen war diese „Reise" wert
Nun ja, wenn man einen Freund genau 4 Jahre und 286 Tage nicht mehr gesehen hat, ist das Wiedersehen zweifelsohne „spannungsgeladen". Doch — der Lohn der „Angst" war mehr, als konzentrierte Aktion, war leistungsgerechte Spitze. Denn, wer an zwei Abenden von der Mattscheibe her — an einem Abend Kimbles Abschied von der Flucht und am anderen Abend das Ohnsorgtheater als Gegenpart hat und dennoch ein Publikum begrüßen kann, welches die Kasse stimmen läßt, der hat seinen „Acker" gut bestellt. Die VB Rissen hat sich in zwölf Jahren zusammengerauft, hat sich gemausert und ist heute, vor den Toren der großen Stadt, eine volkskulturelle Bastion, auf die die Hamburger Volksbühnenkunst mit Fug und Recht stolz sein darf.
Trotz klaren Wetters griff Speelbaas [Otto Schröder] nicht nach den Sternen. Er offerierte schlicht und einfach: „De Hexenhoff". Aber — damit traf er haargenau den Geschmack seines Publikums. Diese Karikatur auf den ländlichen Hexenwahn ist unstreitig ein Juwel in der niederdeutschen Bühnenliteratur. Doch — gespielter Humor ist farblos, er muß zünden. Nun, Heiner Tewes Tritt in das bewußte Fettnäpfchen, hinterließ nahezu Detonationen an Freude und Begeisterung.
Da ist das Trio Bauer Hamkens (Egbert Wieck), der Knecht Karsten (Erich Hübner) und de swatte Tille (Elfi Bergel). Die Leistungen dieses Trios kurz und einfach mit „6 Sterne" zu bewerten, wäre billig. Hier wurde nicht gespielt, hier wurde dargestellt, das Spiegelbild des Lebens bis zur Faszination nuanciert, wie z. B. der Karsten die Wurst klaute, seine Bauernschläue als Reservat inmitten des Hexenwahns unantastbar im Spiel beließ, wie die Tille den Hokuspokus der Hexenbeschwörung aufzog, mit welcher Gestik und Mimik der Hamkens die DM 11,20 aus dem Portemonnaie holte und aufblätterte, das waren Höhepunkte, die die Zuschauer von den Stühlen rissen und für den Rezensenten nur eine uneingeschränkte Anerkennung offen ließen. Fluidum einer Gemeinschaftsaufführung. Lisa Schröder spielte die Magda. Eine gute Bühnenerscheinung, versiert in der Lösung der ihr gestellten Aufgaben. Ein guter Stein im Rissener Gebäude. Hunger tut weh. Wenn also der Hungerleider von Berufswegen Zimmerschiet (Rudolf Schröder) versucht, aus dem Hexenwahn vorerst über ein einsames Frauenherz kulinarisches Kapital zu schlagen, so sei ihm das im Vorwege verziehen. Einsame Frauenherzen schlagen mal eben so. Aber wie er das bewerkstelligte, das machte ihm aus der Antipathie der Rolle heraus, menschlich sympathisch. Wer, wie der Debütant Günter Schwenn als Sohn Dierk in dem o. a. Trio wacker mitmischen kann, der läßt auf eine weitere Bereicherung des Volksbühnenspiels hoffen. Den Reigen der Darsteller soll die Wiebke (Annelie Warnke) beschließen. Eine kleine Rolle. Immerhin, das Wie des Gezeigten, verriet ein Anlagevermögen, das die Darstellerin mit wucherischem Zins auch in größere Aufgaben investieren könnte.
Für den Rahmen der Handlung schuf Alfred Bergel ein Bühnenbild, das für den Mann vom Bau bis auf das bewußte i-Pünktchen als eine Spitzenleistung im Rahmen der Hamburger Volksbühnenkunst rangierte. Der Freude letzter Laut gelte dem Beleuchter. Seine Arbeit am Schaltpult war eine exakte Funktion.
Ansonsten — ja, die Nächte sind nicht nur in Hamburg lang. Mithin Zeit genug für Raum und Frage: wann endlich will man für die stattliche Anzahl unserer guten niederdeutschen Darstellerinnen und Darsteller die Basis schaffen, die es ihnen ermöglicht, ihren Beitrag zum Erhalt der niederdeutschen Mundart, gemäß ihres Könnens, ihres Willens und ihrer Verflechtung im niederdeutschen Brauchtum zu leisten.
(Verbandskritiker Erich Patzwald)

 

Lachen um den Hexenhof
Am Wochenende spielte die „Rissener Volksspielbühne" im schönen Festsaal der Schule Iserbarg die Komödie „De Hexenhoff" von Jens Exler. Unter der Spielleitung von [Otto Schröder] ging das plattdeutsche Spiel unter viel Beifall über die Bühne.
Worum geht es? Jemand möchte den Hof des Bauern Klaus kaufen, aber er will nicht. Plötzlich folgt auf dem Hof ein Unglück dem anderen. Die Swatte Tille, eine Hausiererin, weiß auch genau warum; der Hof ist von jemandem behext. Sie erhält nun den lukrativen Auftrag den Hof zu enthexen.
Im zweiten Akt entfaltet sie ihre köstlichen Beschwörungen. Zwei Briefe Stecknadeln werden bei geheimnisvollen Riten in ein teuflisches Gebräu versenkt und sollen von dort aus der Hexe oder dem Hexer in Arm oder Bein fahren. Dann wird der Hofbehexer unter gräßlichen Schmerzen gezwungen sein, sofort in der Wohnküche zu erscheinen, wird durch die Stecknadelverletzungen als der Bösewicht erkannt und muß den Fluch wieder vom Hofe nehmen.
Wer kommt zuerst nach der Beschwörung? Stellen die übereifrigen Zauberlehrlinge es überhaupt fest? Wir wollen die Irrungen und Aufregungen bis zur Lösung nicht verraten, sondern empfehlen, sich den Hexenhoff selber anzusehen, um unbeschwert lachen zu können.
Alle Spieler gaben der Aufführung Farbe und Lebendigkeit: Egbert Wieck, der Bauer und Herr im Haus, der sich von listigen Frauen um den Finger wickeln läßt, Günter Schwenn, der Sohn im Schatten des Vaters, Lisa Schröder, die dralle, kniepige Haushälterin, Annelie Warnke, die frische, in den Sohn verliebte Bauerndeern, Erich Hübner, der dumm-schlaue Knecht Karsten, Elfi Bergel, die überzeugende Swatte Tille und Rudolf Schröder als piekfeiner Städter Zimmerschiet.
Es war wirklich eine Freude, wieder einmal eine gute plattdeutsche Komödie der beliebten Rissener Volksspielbühne zu sehen.

(Norddeutsche Nachrichten)

 

Spaß mit Hintergrund
Von Hexenwahn und Aberglauben handelt ein Stück, das am Wochenende die Volksspielbühne Rissen von 1955 aufführt: „De Hexenhoff", ein Lustspiel in plattdeutscher Sprache von Jens Exler. [...]
Die Handlung spielt in der Wohnküche eines Bauernhofes. Persönliche Erlebnisse sowie zahlreiche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften über den heute noch vorhandenen Hexenglauben haben den Autor zu dem Stück „De Hexenhoff" angeregt. Dieser mittelalterliche Aberglaube ist einfach nicht auszurotten.
Der Autor hat aus dem Stoff für den „Hexenhoff" bewußt ein Lustspiel gemacht. Denn, so meint er, nach einem alten Sprichwort tötet Lächerlichkeit mehr als jede andere Waffe. Jens Exler möchte erreichen, daß der eine oder andere Zuschauer über den Aberglauben nachdenkt und daß alle Freude an dem Stück als Lustspiel haben.

(Hamburger Abendblatt)

 

Vertellsel un Dööntjes

Im zweiten Akt: Elfi als Swatte Tille soll Bauer Klaus Hamke die Füße in Sibedill-Essig waschen. Dafür muss der die Strümpfe ausziehen, wozu ihn Elfe laut Text auffordern muss. Nur der Text will ihr nicht einfallen. Souffleuse Trudel kriecht in ihrer Aufregung fast aus dem Kasten heraus und raunt wieder und wieder: "Strüüümp!" Elfi versteht in ihrer Aufregung nichts und nickt nur brav. Trudel kriecht mit jedem Versuch weiter aus dem Kasten, bis sich ihre Perücke an einem Nagel im Kastendeckel verfängt und ihr vom Kopf gerissen wird. Vom Publikum unbemerkt, aber die Schauspieler auf der Bühne hielten sich die Bäuche vor Lachen.

 

Szenen-Fotos

 

Egbert Wieck - Lisa Schröder

 

Lisa Schröder - Egbert Wieck - Elfi Bergel - Erich Hübner

 

Lisa Schröder - Egbert Wieck

 

Lisa Schröder - Rudi Schröder

 

Lisa Schröder - Elfi Bergel

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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