Wir über uns

 

Wir spielten im Frühjahr 1966:

"Hecht im Karpfenteich"

 

Schwank in drei Akten

von Harry Krüger-York

Regie: Otto Schröder

 

 

Aufführungstermine

Freitag, 15. April 1966

Sonnabend, 16. April 1966

 

Aufführungsorte

Iserbarg,

Bad Bramstedt

 

Personen und Darsteller

Silbe Wuhlwind:

Anke Wehr

Helle Sundwisch:

Wolf-Dieter Neitzke

Unne Moorog:

Annelie Warnke

Ohl Moorog:

Egbert Wieck

Eische Moorog:

Hilma Wieck

Klauk Bakelhau:

Erich Hübner

Nott Överschlau:

Willi Brunckhorst

Orne:

Bärbel Fischbeck

 

Hinter den Kulissen

Speelbaas:

Otto Schröder

Toseggersch:

Elfi Bergel

Bühnenbau:

Alfred Bergel

Prüük un Visaasch:

Walter Brock

 

Handlung

Vergnügliches Durcheinander in einem Fischerdorf. Das Stadtmädchen Silbe sorgt für Aufregungen - mit viel Liebe.

 

Presse

„Hecht im Karpfenteich"
Zu diesem „vergnügten kleinen Kuddelmuddel" hatte die VB Rissen in ihr neues Haus eingeladen, und das treue Rissener Publikum ließ sich nicht lange nötigen. Es lohnte sich auch zu kommen.
In der von Alfred Bergel mit viel Liebe hergerichteten Fischerkate — Hauptrequisit ein Bett — spielten sich höchst sehens- und hörenswerte Dinge ab. Die Geschichte zu beschreiben wäre müßig, kein Mensch würde es verstehen. Wer immer im Moment jedenfalls glaubte, daß nun die mit dem — oder der mit der —, es war alles in der nächsten Szene wieder ganz anders. Wie gesagt — Kuddelmuddel.
Gesprochen wurde „Missingsch", oder was man dafür hielt. Man täusche sich nicht, das ist gar nicht so leicht zu sprechen, wenn es echt und „niederdeutsch" wirken soll. Mit einem breitgequetschten Hochdeutsch ist es nicht immer getan. Musterbeispiel dafür, wie es sein sollte: Egbert Wieck. Sein Ohl Moorog stimmte überhaupt hinten und vorne. Kurzer, trockener Humor und nie übertrieben. Und seine Sprache: so schön kann Missingsch klingen. Seine bessere Privat- und Bühnenhälfte Hilma Wieck als Eische Moorog hielt wacker mit. Als Haus- und Dorfdrachen, so recht zum Fürchten.
Eine nette Studie ganz besonderer Art bot Erich Hübner als alter Lehrer Klauk Bakelhau. Mit seiner liebenswürdigen Menschlichkeit und seiner ostisch gefärbten Sprache machte er aus dieser Schwankfigur einen echten lebendigen Menschen. Wolf-Dieter Neitzke, auch Spielleiter, spielte seine Rolle frisch und lebendig, aber bei der Aus-„schprache" war noch vieles, was nicht zu einem Fischer mit dem kernigen Namen Helle Sundwisch paßte.
Die jungen Damen Silbe, Unne und Orne, dargestellt in dieser Reihenfolge von Anke Wehr, Annelie Warnke und Bärbel Fischbeck, waren gleichwertig in Spiel und Temperament und paßten auch typmäßig zu ihren Rollen. Willi Brunckhorst als Nott Överschlau hatte mit seiner töffeligen Art natürlich die Lacher auf seiner Seite, aber ich meine, durch ein bißchen weniger Übertreiben hätte er zwar einige Lacher nicht bekommen, die Rolle hätte aber an Natürlichkeit gewonnen. Im ganzen hätte vom Stück noch einiges gestrichen werden können. Warum z.B. im I. Akt dieser endlose Dialog zwischen Helle und Nott, der viel wiederholt und die Handlung um nichts voranbringt. Warum nicht mindestens die Hälfte davon weg. Das Stück ist doch so lang und bringt noch so viel Interessantes. Dann noch einige Kleinigkeiten, z.B. in der milieugerechten Kleidung, die oft sehr viel von der Illusion nehmen können. Da ist z.B. die Rede davon, daß die Unne so naiv und dörflerisch ist, daß sie nicht einmal weiß, wozu ein BH da ist, und dann kommt sie so schick gekleidet mit modernen Schuhen usw. Und dieser zierliche rote Regenschirm, vor dem das ganze Dorf zittern soll, der paßte doch wirklich besser zu einem Großstadt-Twen, als zu einer Dorfmatrone. Aber wie gesagt, das waren Kleinigkeiten. Im großen und ganzen war es ein netter und herzerfrischender turbulenter Spaß.

(Verbandskritiker Walter Hoger)
 

Herzerfrischendes Theater
Ein vergnügter kleiner Kuddelmuddel in einem Fischerdorf ist die Handlung von Harry Krüger-Yorks Schwank „Hecht im Karpfenteich", den die Volksspielbühne Rissen mit viel Schwung auf die Bretter stellte. Das mit Leben und Aktion prall gefüllte Stück ließ allen Schauspielern viel Raum zur Entfaltung.
Was sich um Helle Sundwich, Eische Moorog und Silbe Wuhlwind abspielte, war herzerfrischend und reizte zum anhaltenden Lachen. Die kleinen Schwächen und Mängel, mit denen die Menschen nun einmal behaftet sind, kamen in leisen Untertönen gut zum Ausdruck. Trotzdem, ein wenig mehr Zurückhaltung hätte der sonst runden Inszenierung von Wolf-Dieter Neitzke gut getan. Freundlicher Beifall galt allen Schauspielern.

(Norddeutsche Nachrichten)


DER HECHT IM KARPFENTEICH
(...) Im "Heidehaus Rissen" wird die Volksspielbühne leider in Zukunft keine Spielmöglichkeiten mehr haben. Durch verständnisvolles Entgegenkommen seitens der Schulbehörde und der Schulleitung ist die Spielmöglichkeit für die Spielbühne in der Aula der Rissener Schule am Iserbarg weiter gegeben. Es ist erfreulich, dass der Rissener Bevölkerung in den neuen schönen Räumen der Aula kulturelle Veranstaltungen geboten werden können.

(Rissener Rundschau)

 

Aus dem Nähkästchen

Bei einem Gastspiel im Kurtheater Bad Bramstedt, 2. Akt, 1. Auftritt: Von der liebestollen 'Orne' in einem fremden Bett aufgestöbert, bricht der schwerfällige 'Nott' mit dem gesamten Innenleben dieses Requisits krachend zusammen - zur großen Freude der Zuschauer. Die Situation wurde kritisch, als sich beide auf der Flucht vor dem Schulmeister in, bzw. unter dem Bett verkriechen sollten. Unter dem Jubel der Zuschauer versuchte 'Nott' vergeblich das Bett hochzustemmen, um seinen nicht unbeträchtlichen Körper darunter zu zwängen. Letzte Rettung: 'Nott' verschwindet hemmungslos lachend hinter der Kulisse und gab damit den längst fälligen Auftritt für den Schulmeister frei. Großer Beifall des Publikums für den gelungenen Gag. Man sieht: Die besten Szenen schreibt sehr oft der Zufall.

 

Szenen-Fotos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Impressum