Wir über uns

 

Wir spielten im Frühjahr 1965:

"Familienpapiere"

 

Gaunerkomödie in 4 Bildern

von Jacques Deval

(Jubiläumsstück 10 Jahre VBR)

Regie: Otto Schröder

 

 

Aufführungstermine

Sonnabend, 10. April 1965

Sonntag, 11. April 1965

Sonnabend, 24. April 1965

 

Aufführungsorte

Heidehaus,

Bad Bramstedt

 

Personen und Darsteller

Álain Jaumier:

Wolf-Dieter Neitzke

Boris Chaillou:

Egbert Wieck

Mario Ségalas:

Uwe Prehm

Raoul Broussame:      

Heiner Tewes

Varlotte:

Erich Hübner

Diane Lancestre:

Anke Wehr

Louise Lancestre:

Hilma Wieck

Suzy Viaur:

Annelie Warnke

Irma Ségalas:

Elfi Bergel

Hélène:

Bärbel Fischbeck

 

Hinter den Kulissen

Speelbaas:

Otto Schröder

Toseggersch:

Rita Rölink

Bühnenbau:

Alfred Bergel

Maskenbildner:

Friseurmeister W. Brock

 

Handlung

Das Gaunerpaar Suzy und Boris fängt an, den Beruf "Diebe in leeren Sommerhäusern" zu erlernen. Sie schleppen aus Gutmütigkeit den jungen, mittellosen Maler Alain mit, der hier in der Villa der Lancestres auf dem Sofa einschlief. Boris und Suzy wieseln durch das Haus und packen die Beute vom Silbertablett bis zum Nerz zusammen. Alarm! Draußen mäht ein Gärtner den Rasen und um 9 Uhr werden die Besitzerinnen zurück erwartet! In der Frist von zwei Stunden entsteht ein verwegener Plan. Aus den Familienpapieren hat Boris erfahren, dass dem vermissten Bruder der schönen Diane eigentlich Villa und Millionenvermögen gehören. Alain sieht einem Kinderbild des verlorenen Bruders ähnlich und nimmt halb widerstrebend die Rolle des verlorenen Bruders an. Boris wird zum argentinischen Kaffeeplantagenbesitzer, der den überglücklichen Damen Lancestre Diane und Tante Louise den Millionenerben zurückbringt. Alain aber verliebt sich in Diane, deckt die Machenschaften des schurkischen Vermögensverwalters auf und will sich dann still - ohne einen Centime mitzunehmen - zurückziehen. Aber Diane hat entdeckt, dass Alain nicht ihr Bruder ist und weist die drei charmanten Gauner aus dem Haus..

 

Presse

Geeignete Liebhaber fehlten
Volksspielbühne Rissen bot mit der Komödie „Familienpapiere" einen Leckerbissen zum Jubiläum
Aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens hat die Volksspielbühne Rissen von 1955 ihren Freunden im Rissener Heidehaus am Wochenende einen besonderen Leckerbissen geboten. Mit der vergnüglichen Gaunerkomödie „Familienpapiere" des Franzosen Jacques Deval gab das Rissener Ensemble erneut eine Probe seiner schauspielerisch recht beachtlichen Leistungen. Das gutaufgelegte Publikum, das den großen Saal des „Heidehauses" bis auf den letzten Platz füllte, belohnte die Akteure am Ende der Vorstellung mit langem, herzlichen Beifall.
Der durchschlagende Erfolg der Rissener Volksspielbühne hat sich erst in den letzten Jahren herausgestellt. Als sich die ersten Schauspielbegeisterten, unter denen auch einige Wedeler waren, vor zehn Jahren zusammentaten, wurden hauptsächlich nur Weihnachtsmärchen gespielt. Aber schon bald hatte man größere Ambitionen. Schwierigkeiten bereitete unter anderem der Mangel an Darstellern, denn erst langsam vergrößerte sich der Kreis der Amateurspieler. So fehlte lange Zeit ein geeigneter Darsteller für die Rolle des Liebhabers, was heute — in Anbetracht der reizenden Darstellerinnen — fast unglaubwürdig klingt. Vielleicht war es auch der Titel des ersten, im Jahre 1961 aufgeführten Stückes, das viele Liebhaber ihre Kräfte unterschätzen ließ. Das Stück, das ein großer Erfolg wurde, hieß „360 Frauen!" Allein, es spielten nur fünf Schauspieler in den Hauptrollen. Seit dieser Zeit bringt die Volksspielbühne in jedem Frühjahr und Herbst ein neues Stück heraus, wobei sich hoch- und niederdeutsche Werke zwanglos abwechseln. Nach wie vor wird außerdem jedesmal ein Weihnachtsmärchen einstudiert, um auch den Jüngsten eine Freude zu bereiten.
Die Rissener Volksspielbühne, die schon in anderen Orten gastierte, so verschiedentlich in der Rheuma-Heilstätte Bad Bramstedt, zählt heute 46 Mitglieder, von denen aber nur etwa 12 regelmäßig auf der Bühne stehen. Seemänner, Techniker, Polizeibeamte, Sekretärinnen und Hausfrauen sind sie in ihrem bürgerlichen Beruf.
Die Rissener Volksspielbühne hat sich in den zehn Jahren ihres Bestehens nicht nur in Rissen, sondern auch in Wedel einen guten Ruf geschaffen. Die Wedeler Theaterfreunde können sich schon in Kürze in einem niederdeutschen Volksstück, dessen Titel man noch nicht verraten wollte, auf der Bühne der „Schauburg" begrüßen.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Spritzige Geburtstagsfeier
Die Volksspielbühne Rissen wurde zehn Jahre alt — Großer Erfolg am Jubiläum
Vor zehn Jahren wurde von Walther Brock, Gustav Felst und H. Weickert die Volksspielbüline Rissen gegründet. Die letzten beiden sind immer noch Mitglieder, während Walther Brock als Maskenbildner zum Erfolg beiträgt. Die festliche Geburtstagsfeier im Heidehaus gipfelte in der Gaunerkomödie von Jaques Deval „Familienpapiere".
Der überfüllte Saal zeigte das lebhafte Interesse großer Kreise am Geburtstagskind. Der zweite Vorsitzende Fritz Kruse umriß in seiner Begrüßungsrede treffend die Begeisterung „zwischen Auto und Fernsehen", die auch der Freude anderer dienen sollte. Der Präsident der Hamburger Volksbühnen A. Nolting wünschte Glück zu einer Entwicklung, in der wenige einen großen Kreis in ein Hobby mitgerissen hatten, das zu einem lebensvolleren, intensiveren Leben führte.
Schon beim Aufgehen dos Vorhangs sprang die Begeisterung von der Bühne in den Zuschauerraum über. Das entzückende Bühnenbild, das Alfred Bergel geschaffen hatte, führte mitten in die französische Atmosphäre, eine Villa am Capa Antibes. Und so rollte die amüsante Komödie ab: Ein Gaunerpaar Suzy und Boris fängt an, den Beruf als
„Diebe in leeren Sommerhäusern" zu erlernen. Sie schleppen aus Gutmütigkeit einen jungen, mittellosen Maler Alain mit, der hier in der Villa der Lancestres auf dem Sofa einschlief. Boris und Suzy wieseln durch das Haus und packen die Beute vom Silbertablett bis zum Nerz (Leihgabe Magaret Busch, Rissen) zusammen. Alarm! Draußen mäht ein Gärtner den Rasen und um 9 Uhr werden die Besitzerinnen zurückerwartet! In der Frist von zwei Stunden entsteht ein verwegener Plan. Aus den Familienpapieren hat Boris erfahren, daß dem vermißten Bruder der schönen Diane eigentlich Villa und Millionenvermögen gehören. Alain sieht einem Kinderbild dieses Bruders ähnlich und nimmt halb widerstrebend die Rolle des verlorenen Bruders an. Boris wird zum argentinischen Kaffeeplantagenbesitzer, der den überglücklichen Damen Lancestre Diane und Tante Louise den Millionenerben zurückbringt. Nun wird Boris das Geld der Damen, ein paar Millionen neue Franc spielen keine Rolle, aufgedrängt.
Die kleine Vagabundin Susy genießt die ersten glücklichen Tage ihres Lebens. Nur Alain hat Gewissensbisse. Er verliebt sich in Diane, deckt die Machenschaften des schurkischen Vermögensverwalters auf und will sich dann still — ohne einen Centime mitzunehmen — zurückziehen. Aber das geht nicht, mehr. Diane hat entdeckt, daß Alain nicht ihr Bruder ist und ihre Gefühle nichts mit treuer Schwesternliebe zu tun haben. Sie weist die drei charmanten Gauner aus den Haus, ohne sie der Polizei zu übergeben. Aber ihr eifersüchtiger Verlobter holt das Trio zurück und wird so der Anlaß, daß Alain und Diane ein gemeinsames Leben beginnen können.
Der Erfolg des amüsanten Stückes hätte nicht größer sein können. Otto Schröder verstand durch seine Regie, dem Ganzen spritzigen französischen Charme zu geben. Es war erstaunlich, wie die Amateurdarsteller in ihre Rollen hineingewachsen waren und welchen Zauber sie den Personen der Komödie gaben. Jeder von ihnen trug dazu bei, die Zuhörer aus dem Alltag heruuszureißen und mit strahlendem Elan mitzureißen.

(Norddeutsche Nachrichten)

 

10 Jahre Volksspielbühne Rissen e.V.
Als am 1. Mai 1955 drei Rissener Bürger sich zur Gründung einer Volksspielbühne entschlossen, ahnten sie nicht, wieviel Arbeit, Mühe und Ausdauer nötig waren, um eine derartige Amateurtheatergruppe nicht nur zusammenzuführen, sondern auch am Leben zu erhalten und zu fruchtbarer Tätigkeit zu entfalten. Obwohl schon im Herbst 1956 28 Mitglieder vorhanden waren und mit der Einstudierung eines Stückes begonnen wurde, war es nicht möglich, zu einer Aufführung zu gelangen. Man mußte sich mit "Bunten Abenden", Ausflügen, Fahrten und gemeinsamen Theaterbesuchen und schließlich - im November 1958 - mit einem "Niederdeutschen Unterhaltungsabend" begnügen. Dieser Abend stand unter der Leitung von Bernhard Timmermann und wurde immerhin schon ein guter Erfolg. Anfang Dezember 1958 folgte das Märchen "Schneewittchen" unter der Spielleitung von Helga Wall. - Jedoch im neuen Jahr mußte die Einstudierung eines Stückes (Asmus op Afweg) aufgegeben werden, da der Darsteller für die Liebhaberrolle nicht aufzutreiben war. Aber im Jahre 1959 konnte der neue Spielleiter Fritz Kruse das Weihnachtsmärchen "Der Hasenhüter und die Königstochter" unter Mitwirkung der Tanzgruppe Ilse-Dore Hayn zum Erfolg führen und im Mai 1960 das erste Stück auf die Bühne bringen: "360 Frauen", ein Lustspiel von Hans und Johanna Wentzel. Das Eis war gebrochen. Im Frühjahr und im Herbst jeden Jahres gab es von nun an Aufführungen im Heidehaus Rissen, im Theater der Rheumaheilstätte Bad Brahmstedt und hin und wieder auch in der Jugendstrafanstalt Hahnöversand. Nicht zu vergessen die jährlichen Weihnachtsmärchen. Heute sind die Theaterabende der Volksspielbühne ein beliebter Teil des kulturellen Lebens in Rissen.
Aus Anlaß des 10jährigen Bestehens wird am 10. und 11.April 1965 als festliche Aufführung "Familienpapiere", eine Gaunerkomödie in 4 Bildern von Jaques Deval, gespielt. Die Darsteller hoffen mit diesem anspruchsvollen Stück, ihrer Volksspielbühne viele neue Freunde zuführen zu können.

(Quelle unbekannt)

 

Die Rissener „Familienpapiere" waren in Ordnung
Laut Vereinspapieren ist die Volksspielbühne Rissen 10 Jahre alt geworden und brachte aus diesem Anlaß die Gaunerkomödie „Familienpapiere" von Jacques Deval. Mit diesem Stück hatten die Rissener genau den Geschmack ihres Publikums getroffen. Die Stühle des Heidehauses reichten nicht aus, und so saßen einige Zuschauer auch auf Tischen, so daß man ruhig von einem vollen Haus sprechen kann.
Beim Öffnen des Vorhanges gab es schon den ersten Beifall für ein wirklich hübsches Bühnenbild, und in diesem ansprechenden Rahmen rollten nun die vier Bilder der Gaunerkomödie vor uns ab. Am Anfang befürchtete ich, daß einige Spieler zu stark auftragen würden und das Spiel etwas übertrieben wirken könnte. Aber schon in der Mitte des ersten Bildes hatten sie sich alle gefangen und zeigten auch in den folgenden drei Bildern ein so natürliches, glaubwürdiges und flottes Spiel, wie es besser nicht hätte sein können. Wenn zu den Familienpapieren noch eine Bescheinigung fehlen sollte, so bin ich jederzeit bereit zu unterschreiben, daß es eine sehr gute Aufführung war, in der alle zehn Darsteller, Bühnen- und Maskenbildner, sowie unsichtbare und ungenannte Mitarbeiter an dem Abend ihr Bestes gaben.
Sollte ein Leser dieser Zeilen auf den Gedanken kommen, ich wolle mit dem Lob der VB Rissen ein Geburtstagsgeschenk machen, so irrt er gründlich, denn es ist meine ehrliche Überzeugung von der Aufführung. Nach der Aufführung saß noch ein großer Kreis Volksbühnenspieler beisammen und fachsimpelte, unter uns auch ein Mitbegründer der VB Rissen, Herr Bruno Weickert, der leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv dabei sein kann.
Zwei Alben mit Fotos und Presseberichten legten Zeugnis ab von der emsigen Tätigkeit der Rissener in den vergangenen zehn Jahren, möge es auch in Zukunft so nett weitergehen! (Verbandskritiker Werner Delto)

 

Volksspielbühne Rissen feiert Jubiläum
Komödie „Familienpapiere" kann in Wedel nicht aufgeführt werden
Mit Festaufführungen am kommenden Sonnabend und Sonntag im Heidehaus Rissen begeht die benachbarte Volksspielbühne Rissen von 1955 ihr zehnjähriges Bestehen. Die Volksspielbühne, an der auch viele Wedeler Amateurspieler mitwirken, hat seit ihrem Bestehen engen Kontakt zur Wedeler Bevölkerung gepflegt und durch zahlreiche Gastspiele in der „Schauburg" an der Bahnhofstraße ihre beachtlichen schauspielerischen Leistungen bewiesen.
Mit der vergnüglichen Gauner-Komödie „Familienpapiere" des Franzosen Jaques De-val soll das Jubiläum begangen werden. Wedeler, die diese Vorstellungen gern sehen möchten, müssen allerdings nach Rissen fahren. Die für das Jubiläums-Stück erforderliche aufwendige Dekoration Kann auf der engen „Schauburg"-Bühne nicht untergebracht werden.
Immer wieder beklagen sich die Schauspieler, daß die Stadt Wedel offenbar nicht in der Lage ist, ihren Bürgern einen Saal mit Bühne zu normalen Bedingungen zur Verfügung zu stellen. Auch die Mitglieder der „Elmshorner Speeldeel", die ebenfalls wiederholt in der „Schauburg" gastierten, waren von den beschränkten Platzverhältnissen keineswegs begeistert.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn künftig das eine oder andere Gastspiel an dieser leidigen Frage scheitern sollte. Die ständig steigenden Besucherzahlen beweisen, daß gerade Amateur- und Volksspielbühnen in Wedel sehr beliebt sind.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Liebe Freunde der VSpB Rissen!

Sehr geehrter Herr Präsident!
Sehr geehrte Gäste von der Volksbühnenkunst Hbg.

und aus unserem sonstigen Bereich! Liebe Mitglieder!
Die VSpB Rissen von 1955 e.V. hat Sie heute hierher gebeten, um die Festaufführung zu sehen, die wir anläßlich des 10jährigen Bestehens unserer Bühne darbieten. Wir alle danken Ihnen herzlich für Ihr Kommen.
10 Jahre im menschlichen Leben sind keine lange Zeit. Aber wenn die Volksspielbühne eines Vorortes von Hamburg sagen kann: wir arbeiten schon 10 Jahre mit Erfolg und haben uns einen großen Kreis treuer Freunde erworben, so will das bei den vielen Ablenkungen, welche den Mensehen heute vom Auto bis zum Fernsehen geboten werden, doch eine ganze Menge heißen. Wir wollen hoffen, daß sich auch weiterhin immer Mitglieder bereit finden, neue Stücke einzustudieren - zu ihrer eigenen und zu Ihrer allr Freude, bis die VSpB Rissen dermaleinst ihr 25jähriges Jubiläum feiern kann.
Zunächst aber ist das Heute Trumpf! Wir haben alle tüchtig gearbeitet: die Darsteller mit ihrem Spielleiter Otto Schröder, dann aber auch unser Bühnenmeister Alfred Bergel im Verein mit unserem Senior Gustav Wehr, um ein hübsches Bühnenbild zu schaffen, unser technischer Fachmann, der nicht nur einige 100 m Kabel verlegen mußte, um unsere Beleuchtung zu sichern, und unseren anderen Helfern bis zum Flüstertantchen im Kasten. Ihnen allen sei für ihre viele Mühe gedankt. Aber auch den Gewerbetreibenden in Rissen, die sich uns gegenüber stets sehr verständnisvoll gezeigt haben. Besonders sei dabei heute das Pelzhaus Busch genannt. Warum - werden Sie wahrscheinlich selbst rechtzeitig bemerken.
Und nun wünscht Ihnen unsere fleißige Schar viel Vergnügen! Bevor aber der Gong für den Vorhang ertönt, möchte unser lieber Hermann Nolting, Präsident der Volksbühnenkunst Hamburg, in der alle Hamburger Volksspielbühnen zusammengeschlossen sind, einige Worte zu Ihnen sprechen.

(Festrede des Zweiten Vorsitzenden Fritz Kruse)

 

Szenen-Fotos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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