Wir über uns

 

Wi spelen in't Fröhjohr 1964:

"Minsch sien mutt de Minsch"

 

Kummedi in 3 Akten

vun Günter Siegmund

Speelbaas: Otto Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 17. Aprilmaand 1964

Sünnavend, 18. Aprilmaand 1964

Sünnavend, 25. Aprilmaand 1964

Dunnersdag, 30. Aprilmaand 1964

 

Opföhrensöörd

Heidehaus,

Bad Bramstedt,

Schauburg Wedel

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Johannes Wilke, Polizeimeister:

Egbert Wieck

Karl Benthin, Oberwachtmeister:

Erwin Wehr

Martin Stingel, Gemeendedener:

Heiner Tewes

Friedel, sien Dochter:

Bärbel Fischbeck

Emma Wiggers, Reinmaakfru:

Elfi Bergel

Paster Petersen:

Hand Toepfer

Sebastian Knoop, en Monarch:      

Erich Hübner

Hanne Kleinschmidt:

Ingrid Zimmer

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Otto Schröder

Toseggersch:

Rita Rölink

Prüük un Visaasch:

Friseurmeister W. Brock

 

Lütt beten wat to dat Stück

Der trinkfreudige Polizeimeister Johannes Wilke hat sich allerhand geleistet. Als er am Ende gar eine hübsche Touristin inhaftiert, nur weil diese Dame ihm ausnehmend gut gefällt, kommt der Stein ins Rollen. Die hübsche Dame entpuppt sich nämlich als Beauftragte des Polizeipräsidenten und soll die Missstände untersuchen. Nach allerhand amüsanten Komplikationen scheint sich die Rettung anzubahnen, da macht eine verloren gegangene Leiche alle Hoffnungen des Polizemeisters zunichte...

 

Presse

Eine Komödie mit kernigem Humor - Rissener Volksspielbühne gastierte in der Wedeler Schauburg
Das gab es schon lange nicht mehr in Wedel: Die Volksspielbühne Rissen führte im Kino "Schauburg" richtiges Theater vor. "Minsch sien mutt de Minsch" hieß die mit kernigem Humor durchsetzte Komödie in niederdeutscher Sprache des als Autor und Schauspieler am Hamburger Ohnsorg-Theater gleichermaßen bekannten Günter Siegmund. Das Ensemble der Rissener Volksspielbühne bot eine abgerundete Leistung und ließ mitunter vergessen, dass es sich bei den Schauspielern um reine Amateure handelt, die obendrein noch ihre Kostüme und Kulissen selbst basteln. So tat dann auch die mitunter bedrohlich schwankende Kulisse der guten Stimmung keinen Abbruch; die Schauspieler erhielten wiederholt Beifall auf offener Szene. Besonders eindrucksvolle Leistungen boten E. Wieck als allzu menschlicher Polizeimeister und H. Tewes, der übrigens ein Schüler des bekannten Leiters der Wedeler Volksspielbühne, Abelbeck, war. Auf der Bühne ging es mitunter turbulent zu. Der trinkfreudige Polizeimeister des Dorfes Friedensee hat sich allerhand geleistet, und als er am Ende gar eine hübsche Touristin inhaftiert, nur weil ihm diese Dame ausnehmend gut gefällt, kommt der Stein ins Rollen. Die hübsche Dame entpuppt sich nämlich als Beauftragte des Polizeipräsidenten und soll die Mißstände untersuchen. Nach allerhand amüsanten Komplikationen scheint sich die Rettung anzubahnen, da macht eine verlorengegangene Leiche alle Hoffnungen des Polizeimeisters zunichte. Um so größer die Erleichterung und das Gelächter, als sich die Leiche später als Schaufensterpuppe entlarvt. Spätestens bei dieser Szene war er Erfolg des Abends sichergestellt, die Zuschauer kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Anhaltender Beifall belohnte die Schauspieler für ihre Mühe. Eines muß leider noch gesagt werden: Die ausgezeichneten Leistungen der Schauspieler hätten ein größeres Publikum verdient gehabt. Es bleibt zu hoffen, daß im Herbst, wenn die Rissener Volksspielbühne mit dem Stück "Um de Wust" von Manfred Dix wieder nach Wedel kommt, der Theaterabend besser besucht sein wird. Niemand sollte sich diese Gelegenheit der Freude und Unbeschwertheit entgehen lassen.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

„Minsch sien mutt de Minsch"
Eine leichtbekleidete junge Dame und ein selbstherrlicher Dorfgendarm spielen wesentliche Rollen in der plattdeutschen Komödie „Minsch sien mutt de Minsch" von Günther Siegmund, die am Wochenende zweimal im Rissener „Heidehaus" aufgeführt wurde. (...) Besondere Pointe der Rissener Premiere: Egbert Wieck, der in der Rolle des Dorfgendarms zum erstenmal auf der Bühne stand, ist im Zivilberuf Polizeibeamter. Er spielte mit ebensoviel Schwung wie Hans Toepfer, der als Pastor gleichfalls sein Theaterdebüt gab.

(Hamburger Abendblatt)

 

Gendarm nach Maß
Die Rissener Volksspielbühne begeisterte mit plattdeutscher Komödie im Heidehaus Rissen. Die Aufführung war ein großer Erfolg.
Egbert Wieck, der den Polizeimeister Wilke spielte und selbst Polizeibeamter von Beruf ist, stand zum erstenmal auf der Bühne. Er machte seine Sache ausgezeichnet und war der Star des Abends. Ebenfalls gab G. Töpfer als Pastor sein Debüt und kam auch gut beim Publikum an. Die anderen Rollen, wie die Reinmachefrau Wiggers (Elfi Bergel), der Landstreicher Knoop (Erich Hübner), Polizeioberwachtmeister Benthin (E. Wehr), Hanne Kleinschmidt (Ingrid Zimmer), Friedel Stingel (F. Fischbek) waren gut besetzt.
Dem Spielleiter Heiner Tewes, der außerdem den Gemeindediener Stingel spielte, dankte das zahlreich erschienene Publikum mit reichem Beifall für die gute Gemeinschaftsleistung.

(Norddeutsche Nachrichten)

 

Ich bekenne es: Ich war zum ersten Mal bei einer Aufführung der Volksspielbühne Rissen. Ich verspreche: Es war nicht das letzte Mal. Eine solche Aufführung hatte ich wirklich nicht erwartet.
Diejenigen, die das Stück nicht kennen, seien davor gewarnt; nach dem brillanten ersten Akt ist dem Autor offenbar die Puste ausgegangen, trotz allen turbulenten Geschehens halten die beiden letzten Akte bei weitem nicht, was der erste verspricht. Schade!
Für alle, die es trotzdem wagen wollen: Spielt das Stück nur, wenn ihr einen wirklich guten Spieler für die Rolle des Polizeimeisters Wilke habt, mit ihm steht und fällt das Stück!
Einen solchen Spieler für diese Rolle, wie ihn die Rissener in Egbert Wieck hatten, werden allerdings nur wenige Bühnen haben. Der spielte das erste Mal und spielte meisterlich, dazu sprach er ein ausgezeichnetes Platt. Bravo! Ausgezeichnet hat mir auch Erich Hübner in der kleinen Rolle als Landstreicher gefallen, er brachte in Sprache und Spiel genau die Type, die er vorstellen sollte. Auch Elfi Bergel als Reinmachefrau und Heiner Tewes (ein besonderes Lob für die Spielleitung) als Gemeindediener zeigten sehr gute Leistungen, mit kleinen Abstrichen: Bei ihr litt leider das gute Spiel manchmal unter Textschwierigkeiten, bei ihm störte das etwas zu hamburgische Platt (wenn, dann alle). Ingrid Zimmer war zuerst recht gut, als sie auf keß machte, als Kriminalbeamtin war sie nicht so recht glaubhaft. Erwin Wehr spielte den etwas arroganten und unsympathischen Oberwachtmeister Benthin und wurde mit der nicht leichten Rolle gut fertig. Bärbel Fischbek als Friedel und Hans Toepfer als Pastor spielten das erste Mal, und man darf beiden zu ihrem Debüt gratulieren, wenn auch noch nicht alles ganz glatt und ausgefeilt ist. Bühnenbild und Masken waren ohne Mängel.

(Verbandskritiker Walter Hoger)

 

OTTO SCHRÖDER 75 JAHRE JUNG
Man sieht ihm seine "Jährchen" nicht an. Ein Mann, der sich mit Leib und Seele dem Theater versehrieben, der Freude und Anerkennung in seinem Berufe gefunden hat, der wird einfach garnicht älter. Otto Schröder ist einer der wenig Glücklichen, die durch ihre Arbeit jung geblieben sind - wer kann das sonst von sich wohl sagen? - Mit 19 Jahren begann er seine Laufbahn als Schauspielschüler bei Dr. Hargemann an der Academie des Deutschen Schauspielhauses. Seine weitere Ausbildung genoß er im Schillertheater bei Möbius, das damals das typische Volkstheater seiner Zeit war. Er gastierte im Laufe seines Lebens im Stadttheater Gustrow, in Flensburg, Jena, Graudenz, Bremen, Helgoland und 20 J. in Hamburg (Schillertheater, St.Pauli-Theater und Ohnsorg-Theater). Seine besondere Liebe galt immer dem niederdeutschen Schauspiel, und so blieb Otto Schröder in Hamburg, wo er am Ernst-Deutsch-Drucker-Theater (jetzt St. Pauli-Theater) auch später seine Frau, Else Granzow, kennenlernte. Hier erlebte das Schauspieler-Ehepaar die schöne Zeit gemeinsamer Arbeit und sie wurden sich sehr bald bewußt, daß ihnen im Volkstheater eine Aufgabe zuwuchs, die mehr enthielt als die Pflege niederdeutschen Wortschatzes, eine Aufgabe die sie zum Mittler althamburgischer Kulturgeschichte erhob. Otto Schröder ging später zum Ohnsorg-Theater, dessen Gastspiele in Hamburgs Umgebung viel dazu beigetragen haben, Plattdeutsch wieder modern zu machen. - Seine Frau, 20 Jahre lang Liebling aller Besucher des Ernst-Drucker-Theaters, ist noch vielen Hamburgern in lebhafter Erinnerung. Bei dieser Gelegenheit darf nicht vergessen werden zu erwähnen, daß Otto Schröder auch schriftstellerisch tätig ist. Seine Novellen und Skizzen konnten wir oft in Hamburger Zeitungen lesen, sie fanden sogar ihren Weg bis in die ferne Schweiz. Seit 1930 ist Otto Schröder in Rissen zuhause. Er ist noch tätig für Funk und Ohnsorg-Theater und gibt auch der Rissener Voiksspielbühne Hilfestellung, wenn es um besondere Probleme geht. Sein Rat und seine Erfahrung hat manche Schwierigkeiten überwinden helfen. Am 17.5. feiert O.Schröder seinen Geburtstag und wir alle, vor allem aber die, die ihm am nächsten stehen, sagen ihm zu diesem Tage allerherzliche Glückwünsche! Dem bescheidenen Künstler, dem stillen Grübler: Vorhang auf! - Applaus für... Otto Schröder!
(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

Elfi Bergel - Erwin Wehr - Heiner Tewes

 

Egbert Wieck - Ingrid Zimmer - Erich Hübner - Elfi Bergel

 

Elfi Bergel - Erwin Wehr

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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