Wir über uns

 

Wir spielten im Herbst 1961:

"Hahn im Korb"

 

Lustspiel in 3 Akten

von Fritz Koselka

Regie: Fritz Kruse

 

 

Aufführungstermine

Freitag, 3. November 1961

Sonnabend, 4. November 1961

 

Aufführungsort

Heidehaus

 

Personen und Darsteller

Konstanzia Trattner:

Hilma Wieck

Gerhard:

Wolf-Dieter Neitzke

Christine:

Anke Wehr

Wolfgang:

Peter Grobecker

Orest Marus-Majano:

Carl von Appen

Clelia Eyben:

Ingrid Zimmer

Uli v. Breinl:

Bernd Wall

Anna:

Antje Reinke

Mädi:

Barbara Prange

 

Hinter den Kulissen:

Regie:

Fritz Kruse

Maske:      

Friseurmeister W. Brock

 

Die Handlung

Orest Marus-Majanos Aufenthalt in einer Pension auf dem Lande löst viele Verwirrungen aus. Den Anlass dazu geben seine Jugendfreundin Christine, die hier mit ihrem Mann Ruhe und Erholung sucht, und das leichtlebige, unternehmungslustige Mädchen Clelia Eyben. Als dann noch die reizende Mädi, eine Jugendfreundin von Christines Mann in "geschäftlicher Mission" auftaucht, ist für alle das Maß an Geduld voll. Beinahe entwickelt sich eine Tragödie, als Orest eine Gewehrkugel in den Arm bekommt...

 

Aus dem Nähkästchen

Probleme brachte der Kulissentransport zum Gastspielort mit sich. Bei einer Fahrt von der Kurhaus-Bühne in Bad Bramstedt hatte man sich in der Dunkelheit 'verfranzt' und die Mitfahrer aus den Augen verloren. Mühsam wurde Rissen erreicht, voller Schrecken aber festgestellt, dass das Prachtstück, der Kamin, verloren gegangen war, irgendwo in der Dunkelheit bei Appen-Etz. Anstrengend war das, jawohl, aber Spaß hat's gemacht!

 

Presse

Zwei Perlen, zwei Hähne - Ein Interesse

"Scharf" geschossen in jeder Hinsicht wurde auf der Bühne im Heidehaus während der Premiere der Rissener Volksspielbühne. Aus dem Lustspiel "Hahn im Korbe" schien beinahe eine Tragödie zu werden, wenn Ores Marus-Majano (Carl v. Appen) die Gewehrkugel nicht nur in die Schulter verpaßt bekommen hätte. Sein Aufenthalt in der Pension auf dem Lande löste viele Verwirrungen aus. Den Anlaß dazu gab seine Jugendfreundin Christine (Anke Wehr), die hier mit ihrem Mann Ruhe und Erholung suchte, und das leichtlebige, unternehmungslustige Fräulein Clelia Eyben (Ingrid Zimmer). Als dann noch das reinzende Mädi (Barbara Prange), eine Jugenfreundin von Christines Mann in "geschäftlicher Mission" auftaucht, ist für alle das Maß der Geduld voll. Mit einem Happy End schloß die erfolgreiche Aufführung, deren Spielleitung wieder Fritz Kruse hatte. Barbara Prange, ein neuer Name im Programm und ein neues Mitglied der Volksspielbühne Rissen ist die Entdeckung des Abends. - Wer die Aufführung versäumt hatte, der konnte kurz nach 23 Uhr den Spielleiter Herrn Kruse auf der Langwelle über den Äther darüber sprechen hören. Mitglieder und Freunde der VBR scharten sich um das Radio und hörten freudig von ihrem Erfolg.

(Kritiker: H.H. Schmidt)

 

"Hahn im Korb"

Ein Lustspiel brachten die Rissener zur Eröffnung der Spielzeit heraus - nun, es gibt bessere, aber bestimmt auch schlechtere, aber für diese Spielgruppe war diese Wahl in dem jetzigen Stadium der Entwicklung vielleicht doch nicht sehr glücklich. Konversation ist hier Trumpf, und die ist sehr schwer zu schaffen mit Spielern, denen zumeist sprachliche Gewandtheit noch abgeht. Ein Stück mit kräftiger Situationskomik wäre den Darstellern bessere Stütze gewesen. So plätscherte der übrigens ganz hervorragend sitzende Text dahin, ohne daß sich die gewisse sichere Natürlichkeit einstellen wollte. Lediglich Antje Reinke und Peter Grobecker waren ganz und gar richtig. Ihnen am nächsten Hilma Wieck, der man einmal eine "Salondame" wünschen möchte, und streckenweise Ingrid Zimmer. Aber auch bei Anke Wehr sind sehr gute Ansätze nicht zu übersehen, sie weiß schon zu spielen, aber die sprachliche Ausdrucksform bedarf fleißiger Arbeit, besonders weil es noch an Modulationsfähigkeit mangelt. Die Herren Neitzke und von Appen haben diese Rollen zwar mit Anstand verwaltet, die richtige Besetzung (wer hat die schon?) waren sie nicht, besonders ersterem geht die feine Komik ab - und der darzustellende Pedant mit dem Detektivfimmel i s t komisc. Dabei sind beide Herren bestimmt sehr nützliche und einsetzbare Volksbühnenspieler, denen ich nicht die Freude an der Sache nehmen will, nur hier stimmte es eben nicht. Wenn man wie bei dieser Inszenierung die fleißige Führung eines so erfahrenen Spielleiters wie Fritz Kruse bei so vielen Kleinigkeiten spürt, wenn man ein so liebevolles Bühnenbild vorgesetzt bekommt, auch die Kostümfrage so geschmackvoll und aufwendig gelöst ist, dazu der technische Ablauf bis ins Kleinste wie am Schnürchen klappt - kurz, wenn so zielstrebig an die Sache herangegangen wird, dann scheit man sich, weniger ernst zu beurteilen und sich etwa gar mit der bekannten Schablonen-Kritik ("... sie gaben ihr bestes ...") zu begnügen. An dem wohlgemeinten Eingehen auf die ihrem Spiel noch anhaftenden Mängel mögen die Beteiligten den Grad der Beachtung und den Respekt vor ihrem Bemühen ersehen.

(Kritiker: Hans Timm)

 

Wir stellen vor: Fritz Kruse

Seit fast drei Jahren leitet Fritz Kruse die Volksspielbühne Rissen. Die Rissener Amateurspieler haben in Fritz Kruse einen Mann gefunden, der mit einer gewissen erblichen Belastung an seine Arbeit herangeht. Schon die Eltern von Fritz Kruse spielten Theater und sangen in Opern. Ein Onkel von ihm war Berufsschauspieler, einer Lautensänger. Fritz Kruse selbst, der sich schon als Kind mit einem Kasperle-Theater versucht hatte, ließ sich in den zwanziger Jahren zum Schauspieler ausbilden. Die Wirtschaftskrise verhinderte dann allerdings, daß er Berufsschauspieler wurde. Er hatte 1926 geheiratet und konnte es sich nicht leisten, seine gute Stellung in einem chemischen Werk aufzugeben. Seine größte Erfahrung mit Laienspielgruppen sammelte Fritz Kruse als Kriegsgefangener. Daß er sie nicht gleich nach der Entlassung auswertete, lag in erster Linie an beruflichen Sorgen. Fragt man ihn heute nach dem erfolgreichsten Stück, das er mit der Rissener Volksspielbühne einstudierte, so schüttelt er nur den Kopf. "Ich glaube, daß wir uns mit jedem Stück verbessern, so ist das erfolgreichste immer unser nächstes."

(Hamburger Abendblatt)

 

Szenen-Fotos

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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